Energieberatung

So sparen Sie bei den Heizkosten

Viele Mieter erhalten in diesen Tagen schon ihre Betriebskostenabrechnung des Vorjahres und fragen sich, ob die als "warme Betriebskosten" bezeichneten Kosten für Heizung und Warmwasser wohl auch bei anderen so hoch ausfallen.

"Ob sich der eigene Energieverbrauch im normalen Rahmen bewegt oder weit über dem Durchschnitt liegt, lässt sich anhand der Abrechnung leicht feststellen", sagte Andreas Schmeller, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, dem Finanznachrichtendienst Gomopa.net.

Wer sich über seine Heizkosten wundert, sollte den Wärmepreis, den Durchschnittsverbrauch seiner Wohnanlage und die eigenen Ausgaben für Heizung und Warmwasser überprüfen. Die Energieberater der Verbraucherzentralen geben dazu Tipps, wie diese Kosten auf Dauer gesenkt werden können. Merke: Ab 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter sollte man dringend etwas unternehmen.

Diplomphysiker Schmeller erläutert, welche Rechenschritte mit den Zahlen aus der Abrechnung man vornahmen muss:

1. Gesamtverbrauch des Gebäudes ermitteln : Zunächst sucht man den gesamten Heizenergie- oder Brennstoffverbrauch des Gebäudes auf der Rechnung. Je nach Heizungsart ist er in Litern Heizöl oder Kubikmetern Erdgas angegeben - das Ganze multipliziert mit 10 ergibt etwa den Verbrauch der Liegenschaft in Kilowattstunden (kWh) für den Abrechnungszeitraum, normalerweise ein Jahr. Manchmal steht die Zahl schon in kWh in der Rechnung, etwa bei einer Fernwärmeheizung.

2. Energiekennwert berechnen : Um diesen Verbrauch mit anderen vergleichen zu können, errechnet man zuerst den "unbereinigten Energiekennwert" des ganzen Gebäudes, also den Verbrauch pro Quadratmeter: Dazu teilt man den gesamten kWh-Heizenergieverbrauch durch die ganze beheizte Fläche des Hauses. Diese findet man in der "Aufteilung der (Gesamt-)Kosten" bei den "Grundkosten" unter "Gesamteinheiten".

3. Verbrauch vergleichen : Nun kann man einschätzen, ob die Heizkosten des ganzen Wohngebäudes noch im normalen Bereich liegen. "Ungewöhnlich hoch ist ein Heizenergieverbrauch etwa ab 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter, bei großen Häusern aber schon früher", schätzt Schmeller ein und rät, bei solch einem Verbrauch nach Ursachen zu suchen. Oft könne man diese beheben und die Belastungen senken.

4. Unabhängigen Rat zur Heizkostensenkung einholen : "Oft können Energieberater anhand vorgelegter Abrechnungen und Wohnungsunterlagen oder mittels Besichtigung Hinweise zu geeigneten Modernisierungen und Fördermitteln geben, mit denen Mieter ihrem Vermieter eine Renovierung schmackhaft machen können", erläutert der Verbraucherschützer. Weil das einem Fachmann in der Regel leichter fällt, unterstützt der Berater auch beim Abfassen eines entsprechenden Schreibens.

5. Verbrauch der Wohnung vergleichen : Die beschriebenen Rechnungen kann man auch für die eigene Wohnung anstellen. Erkennt man dabei, dass die eigene Wohnung deutlich über dem Durchschnittsverbrauch des Hauses liegt, sollte man auch aktiv werden. Als hilfreich erweist sich oft eine Überprüfung alltäglicher Gewohnheiten beim Heizen und Lüften mit fachlicher Beurteilung durch unabhängige Energieberater.

6. Kosten vergleichen : Doch selbst wenn der Verbrauch im durchschnittlichen Rahmen liegt, können der Energiepreis oder die Nebenkosten für Heizung und Warmwasser überteuert sein. Um das zu überprüfen, teilt man nun statt des gesamten Verbrauchs die gesamten Heizkosten der Liegenschaft durch die beheizte Wohnfläche. Laut Schmeller sind Ergebnisse ab etwa 15 Euro pro Quadratmeter und Jahr auffällig hoch.

Nach seiner Ansicht sei jeder gut beraten, der seine Heizkostenabrechnung einmal gründlich prüft. Denn dies könne einem Fachmann auch nützliche Hinweise geben auf hohen Leerstand, überdimensionierte Fernwärme-Anschlussleistungen, formale oder technische Fehler. Aus seinen Beratungen weiß der Verbraucherschützer: "Es lohnt sich fast immer, einen unabhängigen Fachmann auf die Abrechnung schauen zu lassen - am besten auf die Rechnungen der letzten drei Jahre."

Mehr dazu erfahren Verbraucher in der Energieberatung der Verbraucherzentralen. Ein Termin für die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Beratung für ganze fünf Euro kann vereinbart werden am landesweiten Termintelefon (14 Cent für Anruf aus dem Festnetz) unter 01805/00 40 49 (Montag bis Freitag, 9 bis 16 Uhr.