Baumeister für Berlin: Der kreative Gustav Gebhardt

Eine originelle Fassade zeigt dieses Mietshaus in der Motzstraße. Ungewöhnlich sind die rechtwinklig angeordneten Loggien und die große Korbbogennische in Sandstein, die zur Hofdurchfahrt führt.

Eine originelle Fassade zeigt dieses Mietshaus in der Motzstraße. Ungewöhnlich sind die rechtwinklig angeordneten Loggien und die große Korbbogennische in Sandstein, die zur Hofdurchfahrt führt. Darüber liegt als schlichter Bauteil ein rotgeklinkertes "1. OG" mit Rundbogenfenstern. Darüber wird es wieder kreativer: Zwei hell geputzte Geschosse sind reich dekoriert: In den Brüstungen der schmalen Rundbogenfenster finden sich Malereien mit Wappen der beim Hausbau beteiligten Gewerke. Unvermittelt unter dem oberen Gesims bietet das Haus "Pechnasen" und als Bekrönung des stumpfwinkligen Erkers ein steinernes Berlin-Wappen mit Frauenhaupt. Das oberste Stockwerk wirkt wie später draufgesetzt. Das Gebäude, das teils Elf-Zimmer-Wohnungen bietet, gehört zu den auffallendsten Mietshäusern in Schöneberg - mit diesem Denkmalamts-Lob schmücken kann sich Gustav Gebhardt, der um die Jahrhundertwende als bekannter Berliner Architekt galt. Weitere geschützte Häuser aus seiner Feder stehen in Lichtenberg und Tegel.