Ratgeber

So finden Sie einen guten Makler

In Zeiten niedriger Zinsen denken viele über einen Immobilienkauf nach. Meist kommt man dabei an Maklern nicht vorbei - für Kaufinteressenten haben sie die meisten Objektangebote, für Verkäufer bieten sie einen Marktzugang.

Aber welcher Makler ist der richtige? "Mit dem richtigen Vermittler sichern sich Käufer wie auch Verkäufer eine umfassende Beratung, die auch ihre finanziellen Interessen schützt", meint Jürgen Michael Schick. Er ist Vizepräsident des Maklerverbandes IVD, der eine Checkliste für die Auswahl des richtigen Vermittlers und gegen "schwarze Schafe" zusammengestellt hat:

* Marktkenntnis : Professionelle Makler kennen die Preise, Mieten und Marktentwicklungen vor Ort. Sie kennen Angebot und Nachfrage des jeweiligen Segments. Außerdem besorgen sie alle für den Verkauf relevanten Dokumente.

* Spezialisierung : Käufer sollten bei der Maklerauswahl auf eine Spezialisierung achten. In Großstädten wie Berlin sollten professionelle Makler auf bestimmte Objekt- oder Nutzungsarten spezialisiert sein. Makler im ländlichen Raum dagegen sollten einen regionalen Fokus haben. Der IVD rät von "Alleskönnern" ab.

* Qualifikation : Für das Berufsbild des Maklers gibt es in Deutschland nur geringe gesetzliche Voraussetzungen, die Bezeichnung "Makler" ist nicht geschützt. Ein Qualitätsnachweis kann die Mitgliedschaft in einem Berufsverband wie IVD oder Ring Deutscher Makler (RDM) sein. Der Kunde sollte keine Scheu haben, den Makler nach seiner Ausbildung zu fragen. Ein Qualitätsmerkmal seien auch Berufsabschlüsse zum Immobilienkaufmann/-frau, Betriebswirt Grundstücks- und Wohnungswesen oder Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. Verbandsmitglieder müssen eine Aufnahmeprüfung bestehen, in der notwendiges Wissen überprüft wird.

*Referenzen : Kompetente Makler verfügen meist über mehrjährige praktische Erfahrung. Jeder professionell arbeitende Makler wird daher Referenzen seiner bisherigen Tätigkeit - erfolgreich vermittelte Objekte und zufriedene Kunden - vorweisen können. Um herauszufinden, wie die bisherigen Kunden des Maklers dessen Leistungen beurteilen, kann sich der neue Kunde deren Adressen geben lassen und sich bei diesen erkundigen.

* Leistungen : Professionelle Makler erklären ihr Leistungsspektrum und informieren über Aufwand und Honorar. Sie beraten und informieren Verkäufer über alles, was zur Vermarktung ihrer Immobilie realisiert werden sollte. Darunter fallen beispielsweise die Zahl der verschickten Exposees, die Aussagekraft des Exposees und die zu erwartenden Besichtigungstermine und Marketingaktivitäten.

* Verkaufspreis taxieren : Jede Immobilie ist einmalig - und deshalb ist es nicht einfach, ihren Wert festzulegen. Neben der Lage fließen der Gebäudezustand, das Baujahr und ein eventueller Sanierungsstau ein. Versierte Makler nehmen sich für diese Prüfung ausreichend Zeit. Viele bieten zudem an, zusätzlich einen Gebäude-Energieausweis auszustellen, der beim Verkauf beziehungsweise der Vermietung seit einigen Jahren ohnehin vorgeschrieben ist. Beim Preis sollte ein Makler in der Lage sein, einen Verkaufskandidaten von seiner überzogenen Preisidee abzubringen - beim Preis ist immer die Frage: Sollte in Annoncen ein günstigerer Wert angegeben werden, der zu einem schnellen Kaufabschluss führen kann - oder lieber eine höhere Preisangabe, die das Vermarkten des Objekts aber langwieriger (oder gar unmöglich) machen kann? Ein guter Makler diskutiert mit seinen Kunden solche Fragen intensiv.

* Schriftliche Vereinbarungen : Alle Vereinbarungen zwischen Kunden und Makler sollte man in einem Maklervertrag schriftlich festhalten - dem Verkäufer gegenüber enthält er samt allen Dienstleistungen auch die Vertragslaufzeit, gegebenenfalls die Provisionshöhe bei einer Vermittlung sowie Auflösungsmodalitäten, wenn der Abschluss sich innerhalb einer festgelegten Zeit nicht einstellt.

*Käuferberatung : Ein professionell arbeitender Makler spricht mit Kunden erst über deren Wünsche und wirtschaftliche Situation, ehe er einen ersten Vorschlag für ein Kaufobjekt macht.

* Haftpflicht : Der Makler sollte eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung haben. Denn auch Profis sind nicht vor Fehlern gefeit - im Ernstfall kann ein übersehener Zahlendreher große Folgen haben. Ein Makler sichert daher mit dieser Versicherung seine Kunden vor möglichen Schäden aufgrund eines Versehens ab - und sich selbst natürlich auch. Makler in den Verbänden sind verpflichtet, eine solche Versicherung abzuschließen.

* Beratung ohne Zeitdruck : Ein seriöser Makler muss bereit sein, sich für seine Kunden Zeit zu nehmen und sie nicht nur mit einigen Adressen von Objekten abzuspeisen. Wer auf einen Vertragsabschluss unter Zeitdruck hinarbeitet, ist nicht seriös. Und auch gegen die Einbeziehung externer Hilfe, etwa eines Bausachverständigen oder eines Rechtsanwalts, wird ein seriöser Makler nichts einzuwenden haben, heißt es beim IVD.