Baumeister für Berlin: Johann Friedrich Eosander von Göthe

Mit dem berühmten Johann Wolfgang von Goethe ist er nicht verwandt. Stattdessen wurde Johann Friedrich Nilsson Eosander von Göthe - mit «ö», so die offizielle Schreibweise - im Jahre 1669 in Stralsund als Sohn eines schwedischen Militärbaumeisters geboren. Als Offizier, Militärschriftsteller, Diplomat und Architekt machte er sich einen Namen. Eosander kam 1699 nach Berlin und wirkte ab 1701 mit bei der Erweiterung des Schlosses Charlottenburg zur dreiflügeligen Anlage. Hier schuf er den abgebildeten Anbau «Große Orangerie» (1709 bis 1712). Dabei profitierte der neue Schlossbaumeister von der Ablösung des «Künstlerarchitekten» Andreas Schlüter. Aber auch Eosander von Göthe blieb nicht ewig: Weil 1713 zu Gunsten des Militäretats die Ausgaben für Kunst - und damit auch Eosanders Gehalt - gekürzt wurden, wechselte er in schwedische Dienste. Dort aber schied er später wegen eines ungeklärten Veruntreuungsverdachts unehrenhaft aus. Eosander hat seinen Platz in der (deutschen und Berliner) Architekturgeschichte, weil er als wichtiger Vermittler französischer und römischer Elemente der Barockarchitektur gilt. Ursprünglich aber kam er vom militärischen Festungsbau. Neben dem Schloss Charlottenburg ist seine Handschrift auch beim ehemaligen Berliner Stadtschloss und dem Schloss Niederschönhausen zu finden. Heute vor 274 Jahren starb er in Dresden.