Betreutes Studieren

Beate Jensen mit Tochter Florentine, 16:

Die 16-jährige Florentine, die als Leistungskurse Altgriechisch und Mathe gewählt hat und im nächsten Jahr Abitur macht, hat noch keine konkrete Idee für ihre berufliche Zukunft.

„Es gibt so viele Möglichkeiten“, sagt Florentines Mutter Beate Jensen, „alles ist so komplex, unüberschaubar und erschlägt einen regelrecht.“ Zudem fehle im Alltag die Zeit und die innere Muße, sich mit der Studien- und Berufswahl zu beschäftigen. Daher hat Beate Jensen kürzlich ein Elternseminar besucht. „Ich wollte wissen, was wichtig ist und wie Uni heute funktioniert, denn ich will keine Mutter sein, die sagt: ‚Also zu meiner Zeit...‘“, erzählt sie. „Ich will die Realität der Jugendlichen begreifen und meiner Tochter zur Seite stehen.“ Ihre Lebensentscheidungen müsse Florentine aber natürlich selbst treffen, die Mutter will sie nirgendwo hinschieben. .„Dieses ständige Elite- und Optimierungsdenken geht mir auf die Nerven“, sagt Beate Jensen. „Alles wird so hoch gehängt: erst die Schulwahl, dann die Uniwahl.“ Andererseits: „Diese Zuversicht, dass sich alles schon irgendwie finden wird, die gibt es heute nicht mehr.“