Kinder Kinder

Aufgeschnappt und Aufgeschrieben

Montag, 7.50 Uhr, auf einer Straße in Zehlendorf

Mutter und Sohn lesen auf dem Weg zur Schule die Autokennzeichen. „B“, „B“, „B“ – vor allem viele Berliner sind unterwegs. Dem Siebenjährigen wird schon fast langweilig, als plötzlich ein begeisterter Ausruf von ihm kommt: „Guck mal, ein Ausländischer!“ Die Anfangsbuchstaben des Autos sind TF.

Sonntag, 15 Uhr, in einem Seniorenheim in Mitte

Die Familie hat der Oma zum Sonntagsbesuch einen Topf mit Vergissmeinnicht mitgebracht. Die Oma ist gerührt und zitiert einen alten Poesiealbum-Spruch: „Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken. Nur die eine, die welkt nicht, und die heißt Vergissmeinnicht!“ Der kleine Enkel, sechs Jahre alt, zeigt fragend zur Kommode, auf der ein Strauß mit künstlichen Rosen steht. „Bist du dir sicher, Omi? Also die Rosen da in der Vase sehen immer ganz frisch aus!“

Sonntag, 16 Uhr, in einer Küche in Potsdam

Die Mutter backt einen extrem aufwendigen Geburtstagskuchen für die Tochter mit verschiedenen Füllungen und reicher Verzierung. Zwei Stunden werkelt sie nun schon in der Küche. „Man wird ja auch nur einmal elf Jahre alt“, sagt sie schmunzelnd zu der kleinen Schwester, die ihr assistiert. Die Achtjährige überlegt kurz, dann meint sie: „Ja, stimmt. Es sei denn, man ist ein Zwilling. Dann wird man zweimal elf!“

Diesmal aufgeschnappt von Tamara Dienst, Beatrix Fricke und Andrea Siebeke. Haben auch Sie eine lustige oder denkwürdige Begebenheit mit Kindern oder Teenagern erlebt? Dann schreiben Sie an familie@morgenpost.de oder Berliner Morgenpost, Redaktion Leben, Kurfürstendamm 21-22, 10874 Berlin.