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Tipps für Eltern, Infos und Hilfe

Prävention Dazugehören, Leute kennenlernen, Verabredungen treffen, News bekommen und verbreiten: Darin liegt laut Andreas Niggestich der Reiz von sozialen Netzwerken. Der Sozialpädagoge ist Koordinator von „Digital – voll normal?!“, einem Präventionsprojekt des Caritasverbandes gegen Medienabhängigkeit. Das Angebot besteht aus Thementagen an Schulen, Lehrerfortbildungen sowie Infoveranstaltungen für Eltern. „Viele Jugendliche kennen die Gefahren, die im Internet lauern, wissen aber nicht genau, was das für sie bedeutet und wie sie sich schützen können“, sagt Niggestich. Außerdem würden Vorsichtsregeln im Eifer des Gefechts schon mal vergessen. Daher bleibe es Aufgabe der Eltern, die Internet-Aktivitäten ihrer Kinder zu beobachten, sie kritisch zu hinterfragen, ihnen Werkzeuge für den Umgang an die Hand zu geben – und nicht zuletzt selbst Vorbild für eine kontrollierte Mediennutzung zu sein. Angst, Ablehnung und Verbote seien wenig nützlich. „Eltern sollten das Internet als Jugendkultur und Ort der Kreativität akzeptieren“, sagt er. Sie müssten aber eine klare Haltung dazu haben und sich mit dem Nachwuchs austauschen – „auch wenn das Auseinandersetzungen mit sich bringt“.

Sucht-Hilfe Das Kind hängt ständig am Computer? Das Leben im Netz ist wichtiger geworden als die reale Existenz? Jugendliche, bei denen eine Computer- und Internetsucht vorliegt, finden ebenfalls bei der Caritas Hilfe. Das Projekt heißt „Lost in Space“ und hilft Betroffenen, Ursachen für ihre Sucht zu finden, Abstinenz zu erproben und Alternativen zum exzessiven Surfen oder Spielen zu entwickeln. „Soziale Ängste können zum Beispiel ein Grund für die Internet-Aktivitäten sein“, sagt Jannis Wlachojiannis von „Lost in Space“. „Im Netz finden die Betroffenen die Akzeptanz und Aufmerksamkeit, die sie in der Realität nicht haben.“ Hier könne es helfen, das Selbstbewusstsein zu stärken und nach den Wünschen und Zielen der Jugendlichen zu forschen. Er warnt aber davor, Kinder und Jugendliche vorschnell als krank oder süchtig abzustempeln. Regelmäßig gibt es Infoabende für besorgte Eltern, Tel. 666 33 959, die Adresse im Internet: www.computersucht-berlin.de

Selbsttest Zu häufig im Netz? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat einen interaktiven Selbsttest für Jugendliche entwickelt. Außerdem gibt es unter www.ins-netz-gehen.de weitere Adressen für Beratungsangebote in Berlin.

Eltern-Ratgeber Wie viel Medienzeit ist ok? Wie mache ich das Internet kindersicher? Welche Websites und Chats sind für welches Alter geeignet? Diese und weitere Informationen finden Familien beim Medienratgeber Schau hin!, einer Initiative vom Bundesfamilienministerium und Medienunternehmen. Die Adresse: www.schau-hin.info