Geldtipp

Bei der Krankenkasse zählen Extras und Service

Aktuell überlegen viele gesetzlich Versicherte, ob es sich lohnt, die Krankenkasse zu wechseln. „Auslöser ist meist die Mitteilung der Krankenkasse über die Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitrages ab 2015“, erklärt Dörte Elß, Juristin bei der Verbraucherzentrale Berlin. Man sollte sich bei seinen Wechselüberlegungen aber nicht nur von der Höhe des Zusatzbeitrages leiten lassen, sondern auch die Leistungen der Krankenkasse auf den Prüfstand stellen.

Etwa 95 Prozent der Leistungen sind bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich. Die Kassen können aber in ihren Satzungen Leistungen anbieten, die über die gesetzlich vorgesehene Versorgung hinausgehen. Versicherte sollten prüfen, ob das Angebot ihrer Krankenkasse optimal zu ihren Bedürfnissen passt.

Extras und Service: Die meisten Krankenkassen spendieren jedem Versicherten bis zu mehreren hundert Euro pro Jahr an Extras. Aber auf die allein kommt es nicht an. „Nicht zuletzt sollte man auch das Serviceangebot der Krankenkasse in die Erwägungen einbeziehen“, so Elß. Ein Berufstätiger brauche vielleicht eine Krankenkasse mit einem Onlineservice, ein älterer Versicherter eine Krankenkasse mit Geschäftsstelle am Wohnort und eine junge Familie einen medizinischen Service rund um die Uhr.

Früherkennungsuntersuchungen: Die Krebsvorsorge für die Haut wird ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre finanziert. Einige Kassen übernehmen zusätzlich die Kosten für die Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskopie). Viele Krankenkassen bieten die Hautkrebsvorsorge schon für 19- oder 20-Jährige oder sogar für noch Jüngere an. Einige Kassen bezahlen für Kinder und Jugendliche Untersuchungen zur körperlichen Entwicklung. Schwangere können vielfach mit Tests Risiken abklären lassen, die die Kassen bislang nicht übernommen haben.

Gesunde Zähne: Als Prophylaxe wird die professionelle Zahnreinigung ebenfalls von vielen Kassen bezuschusst. Die Beteiligung an den Kosten ist meist jedoch auf eine bestimmte Anzahl pro Jahr begrenzt.

Alternative Behandlungsmethoden: Wer auf homöopathische Medikamente Wert legt, bekommt diese ebenfalls von vielen Kassen erstattet. Auch anerkannte Pendants zur Schulmedizin wie Osteopathie gehören vielfach schon zum Standardangebot. Die Anzahl der Sitzungen und die Höhe der Erstattungen variieren von Kasse zu Kasse.

Haushaltshilfe: Eine gute Fee im Krankheitsfall gewähren die Krankenkassen in der Regel nur, wenn Kinder unter zwölf Jahren wegen Krankheit eines Elternteils nicht versorgt werden können. Immer mehr Kassen übernehmen aber auch grundsätzlich die Kosten für die vorübergehende Unterstützung im Haushalt – und zwar je nach Kasse von 14 bis zu 365 Tagen im Jahr.

Mehr Infos bei der Verbraucherzentrale Berlin: verbraucherzentrale-berlin.de