Jung geblieben

Paul Böhm, 63, ist die gute Seele einer IT-Firma

Wenn er kommt, steigt das Stimmungsbarometer in der IT-Firma Futurice auf heiter bis sonnig.

Paul Böhm bugsiert dann einen Suppentopf in die Küche der Firmenräume in Mitte. Er legt eine CD mit Chillout-Lounge-Musik ein und deckt den Tisch. Heute gibt es Kartoffel-Curry-Suppe mit Mangotopping. Webdesigner aus China, Australien und den USA sitzen um einen Tisch und schielen zu dem Korb, den Paul Böhm ebenfalls mitgebracht hat. Darin ist selbstgebackener Strudel, als Nachtisch. Ohne den geht es nicht.

Einmal im Monat kommt Paul Böhm, 63, ehemaliger Chefsteward der Lufthansa, als Koch ins Haus, aber eigentlich ist er mehr als das. Gastgeber, gute Seele, die Mutter der Kompagnie - um nicht den Begriff „Wohlfühl-Opa“ zu strapazieren.

2013 hatte ihn die IT-Firma unter hundert Bewerbern ausgesucht (die Berliner Morgenpost berichtete). Eigentlich sollte es eine „kochende Großmutter“ sein, die den Angestellten in der Fremde ein Stück Heimatgefühl bieten soll. Aber Paul hatte einen entscheidenden Vorteil: Als Globetrotter ist er auch im Internet zu Hause, und das macht vieles leichter, wenn man es mit Jungs zu tun hat, die Apps und Webseiten für Hersteller wie Volkswagen und Samsung entwickeln. Und so hält die Verbindung bis heute.

Er sagt, man habe denselben Horizont. Und der reiche über den Rand der Suppenschüsseln hinaus. Aufmerksam, wie der kinderlose Kunstfreund ist, hat er die natürlich auch noch selber mitgebracht.