Internet-Tipp

Wie man sich gegen Cyber-Mobbing wehrt

Für Eltern und Kinder

Beleidigende Kommentare, Verleumdungen, „Dislikes“: Jeder dritte Schüler war schon einmal von Mobbing im Internet betroffen. Die Internet-Plattform YouNow ist das aktuellste Beispiel dafür, wie einfach es mittlerweile ist, im Internet beleidigende Kommentare zu veröffentlichen. Ganz anonym kann man sich auf YouNow über Personen auslassen, die sich live für eine unbekannte Zuschauerschaft im Internet filmen. Aber auch Plattformen wie Facebook oder WhatsApp sind Schauplätze für Cyber-Mobbing. Da werden peinliche Fotos oder private Filme herumgeschickt. Es werden „Hassgruppen“ gegründet, um jemanden gemeinsam fertig zu machen. Oder es werden sogar gefälschte Profile, sogenannte Fake-Profile, erstellt, in denen eine Person lächerlich gemacht wird.

Für die Betroffenen – meist Jugendliche – kann dies zu einer ernst zu nehmenden Belastung werden. Denn Cyber-Mobbing kann schnell große Personenkreise erreichen und wirkt nachhaltig, weil das Netz nicht vergisst. Zudem liegt beim Mobbing fast immer ein Kräfteungleichgewicht vor. Das Opfer kann die Situation in vielen Fällen nicht allein beenden. In besonders schlimmen Fällen stehen Opfer von Cyber-Mobbing sieben Tage in der Woche 24 Stunden lang unter Stress, da es keine sicheren Rückzugsräume mehr gibt.

Anlässlich der Bildungsmesse didacta hat die EU-Initiative klicksafe nun einen umfassenden Ratgeber zum Thema Cyber-Mobbing veröffentlicht. Neben zahlreichen Hinweisen zur Vorbeugung von Cyber-Mobbing gibt die EU-Initiative insbesondere auch Ratschläge für Betroffene und Angehörige. Woran erkennt man Cyber-Mobbing? Was tun bei Cyber-Mobbing? Wie kann ich Cyber-Mobbing vorbeugen? Anhand von Praxisbeispielen, Experteninterviews und weiterführenden Linktipps gibt klicksafe hierauf auf 21 Seiten Antworten.

klicksafe (www.klicksafe.de) ist eine Initiative im CEF Telecom Programm der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. klicksafe wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (Koordination) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) umgesetzt. „Für Jugendliche kann das Internet leicht zu einem Ort von digitaler Gewalt werden“, sagt Dr. Jürgen Brautmeier, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten. „In solchen Fällen dürfen wir sie und ihre Angehörigen nicht alleine lassen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, gegen Cyber-Mobbing vorzugehen oder dem Phänomen direkt vorzubeugen. Dass Cyber-Mobbing-Opfer sich keinesfalls in einer ausweglosen Situation befinden, zeigt der neue Ratgeber von klicksafe.“

Ein Gesetz gegen Cyber-Mobbing gibt es in Deutschland bisher zwar noch nicht. Doch ist das Internet kein rechtsfreier Raum. In der digitalen Welt von Internet und Handy sind Beleidigung, Verleumdung oder üble Nachrede genauso strafbar wie offline.

Der „Ratgeber Cyber-Mobbing“ steht ab sofort unter www.klicksafe.de und www.lfm-nrw.de zum kostenlosen Download und zur Bestellung bereit.