Balzgeschichten

5. Die Kakapos kriegen nix auf die Reihe

Es gibt im Tierreich nicht nur „Flirtsuperstars“, sondern auch absolute „Flirt-Loser“.

Geradezu ein Paradebeispiel für einen Loser ist der neuseeländische Kakapo oder Eulenpapagei. Von dieser Papageienart existieren heute nur noch 125 Exemplare. Will heißen, der Eulenpapagei ist akut vom Aussterben bedroht. Schuald an seinaem Rückgang ist der Mensch, der Hunde und Katzen nach Neuseeland gebracht hat – für die ist der etwas pummlige Papagei natürlich ein gefundenes Fressen. Ein weiteres Problem ist das komplexe, störungsanfällige Flirtverhalten dieser Papageienart. In der Balzzeit watscheln die männlichen Eulenpapageien zunächst auf einen Hügel, wo sie mit Hilfe vom Schnabel und Krallen eine tiefe Grube ausheben. Ist die Grube fertiggestellt, plumpst das Männchen hinein und lässt seine tiefen Balzrufe ertönen. Drei Monate lang, jede Nacht bis zu acht Stunden. Das Dumme an der Sache ist nur, dass die Weibchen die Lockrufe, die nach Ansicht von Experten an Pink Floyds „Dark side of the moon“ erinnern, im Dschungel nur schwer orten können. Außerdem folgen die Weibchen den Balzrufen der Bewerber nur in den Jahren, in denen die Rimu-Bäume Früchte tragen. Diese Früchte dienen nämlich als Babynahrung für die Küken. Leider tragen die Rimu-Bäume aber nur alle drei bis fünf Jahre Früchte. Im Übrigen sind die Weibchen ziemlich wählerisch. Daher kommt es vor, dass die Papageiendamen, wenn sie den Bewerber nach einem langen Fußmarsch erstmals zu Gesicht bekommen, auf der Stelle kehrtmachen. Will heißen, die armen Papageienmännchen singen manchmal monatelang für nichts und wieder nichts. Und so passiert es nicht selten, dass die gefrusteten Papageienmännchen irgendwann die Übersicht verlieren und in ihrer Verzweiflung versuchen, sich mit einem heruntergefallenen Ast zu paaren.