Kinder Kinder

Aufgeschnappt und Aufgeschrieben

Donnerstag, 16 Uhr, in einem Wohnzimmer in Tempelhof

Die Zehnjährige fühlt sich nicht gut und ist hin- und hergerissen, ob sie das Vereins-Hockeytraining am Nachmittag ausfallen lassen soll oder besser doch nicht. „Was würdest du denn machen?“, fragt sie die Mutter. „Ich kann dich gut verstehen“, sagt diese mitfühlend. „Aber abnehmen kann ich dir die Entscheidung nicht, denn du bist ja nicht ich.“ Darauf die Tochter bestimmt: „Naja, aber fast!“

Freitag, 11.45, im Flur in Schöneberg

Ein Junge kommt aus der Schule, letzter Schultag. Er schmeißt seinen Ranzen in die Ecke, stellt sich vor den Spiegel und betrachtet sich. „Was ist los?“, fragt die Mutter. „Die Mädchen in meiner Klasse", sagt der Neunjährige verzweifelt. „Die sind alle in mich verliebt.“ Er zeigt an sich selbst herunter und wieder hoch. „Kannst du mir mal erklären, was sie daran so toll finden?“

Sonnabend, 8 Uhr, ein Schlafzimmer in P’berg

Es gibt diese Sätze. Sätze, die eigentlich ganz unschuldig sind, die es aber in sich haben, wenn sie so auffällig beiläufig von Kindern ausgesprochen werden. Die einen sofort aus der schönsten Morgenschläfrigkeit reißen und in die Gegenwart hineinstoßen. Meist werden sie mit einem gedehnten „Du“ eröffnet, das den Erziehungsberechtigten in eine milde Stimmung versetzen und die Strafe minimieren soll. Einer dieser Sätze geht so: „Duuuu Papa, wir haben Joghurt gegessen und dann ist es einfach passiert.“

Diesmal aufgeschnappt von Wanda Messerschmidt, Susanne Leinemann und Felix Müller. Haben auch Sie etwas Lustiges mit Kindern oder Teenagern erlebt? Schreiben Sie per Email an familie@morgenpost.de oder per Post an Berliner Morgenpost, Redaktion Leben, Kurfürstendamm 21-22, 10874 Berlin.