Film

Kleine Stars im Kino - Keine ganz normale Kindheit

Auch Kinder träumen davon, sich auf der Leinwand im Filmtheater zu sehen. Aber wie schafft man den Einstieg?

Die Tür mit dem Zettel „Casting – Ruhe bitte!“ wird aufgerissen, aus dem Raum tönt ein Höllengebrüll, der 11-jährige Ivo stürzt heraus, eine Frau schreit ihm hinterher: „Hau doch ab!“. „Ja, das mach ich auch – tschüß! Du kannst mich mal!“, ruft der Junge. Dann läuft er auf seinen Vater zu, der im Vorraum sitzt und auf ihn wartet. So aufgebracht kennt er seinen Sohn nicht, geschockt schaut er Ivo an. Und Ivo? Der Junge lacht seinen Vater Moritz Pietzcker an. Und der versteht endlich: Alles nur ein Spiel.

Nach dieser Szene wusste der Regisseur und Drehbuchautor Edward Berger, dass er den richtigen Jungen für seinen Film „Jack“ gefunden hatte. Zusammen mit seiner Frau und Co-Autorin Nele Mueller-Stöfen hatte er monatelang über 1000 Kinder gecastet: „Wir waren ziemlich verzweifelt, als Ivo kam.“ Viel zu spät zum Termin, abgekämpft von einem Fußball-Spiel und durchnässt vom Regen stand Ivo dann in einem roten T-Shirt im Kreuzberger Hinterhof-Studio. Bei einem Casting war er noch nie zuvor gewesen, die Mutter einer Freundin hatte ihn vorgeschlagen. Erst wollte Ivo, der passionierte Fußballspieler, nicht vorsprechen – ein Turnier war ihm wichtiger. Neugierig war Ivo trotzdem, und als das Spiel verschoben wurde, sagte er zu. Fragen nach Familie, Schule und Hobbys beantwortete er freundlich, offen und entspannt. Bei der Improvisation überraschte Ivo dann alle. „Er hatte genau das, was wir suchten“, sagt Edward Berger. „Ivo hat uns mit solch einer Kraft angeschrien, die Adern poppten an seinem Hals heraus, das hat uns umgehauen.“

„Das hätten wir nie in ihm gesehen,“ sagt der Jurist Moritz Pietzcker noch heute über seinen Sohn Ivo, der in der Küche in Friedrichshain neben seinem Vater sitzt und grinst. In dem Sozialdrama „Jack“ um eine junge, hoffnungslos überforderte Mutter und ihre zwei Söhne spielt Ivo die Hauptrolle, aus dieser Rolle heraus wird die Geschichte erzählt. „Ivo hat das zum Glück nicht so empfunden, aber wir als Eltern wussten, der Film hängt von ihm ab. Wenn er das nicht gut macht, dann wird der Film nichts. Das ist schon eine enorme Verantwortung,“ erzählt der Vater. Aber Ivo hat es gut gemacht, sehr gut sogar. „Der grandiose kleine Hauptdarsteller Ivo Pietzcker trägt den ganzen Film“, urteilte der Deutschlandfunk in seiner Kritik und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ nennt ihn „eine Entdeckung“.

Im vergangen Jahr lief „Jack“ im Wettbewerb der Berlinale, in diesem Jahr im Rahmen der Vornominierungen des Deutschen Filmpreis und Ivo selbst ist nominiert für den Preis der deutschen Filmkritik als bester Darsteller – und tritt damit gegen Großkaliber wie Sebastian Blomberg und Devid Striesow an. Darüber staunt der mittlerweile 12-Jährige Schüler selbst. Eigentlich ist er ein ganz normaler Junge mit zwei Geschwistern aus gutbürgerlichem Haus, der drei Mal die Woche im Verein Fußball spielt, Schlagzeug lernt und mit Freunden eine Band gegründet hat. Wach und präzise, ein wenig weit für sein Alter vielleicht.

Wie viele Jungs findet er die Stunts beim Film am spannendsten. Ein paar Prügeleien gibt es in dem Film und eine Szene, in der Ivo unter Wasser gedrückt wird. Unter der Wasseroberfläche wartet für den Schauspieler Ivo eine Sauerstoffflasche, so kann er in aller Ruhe abtauchen. Was ist Ivo für ein Typ? Sein Blick ist fest und freundlich, verschmitzt ist das Wort, das Ivo mit seinen Grübchen und dem kurzen Bürstenschnitt am besten kennzeichnet. Ein wenig sieht er aus wie einer der Jungs, die im Berlin der Nachkriegszeit zwischen den Trümmerbergen Fußball spielten. Ein interessantes Gesicht, dessen Mimik der Zuschauer im Film gerne folgt. Oder wie der Regisseur es beschreibt: „Eigentlich findet der gesamte Film auf seinem Gesicht statt.“ Auf dem Plakat zum Film war in vielen Städten sein Kopf überlebensgroß plakatiert. Ivo: „Das ist schon krass. Meine Freunde haben mir aus der ganzen Stadt Fotos mit dem Plakat geschickt“.

Aber um Ruhm geht es Ivo nicht. Sein Hauptmotiv ist Spaß am Spiel. Die Augen strahlen freudig und noch mehr als sonst, wenn Ivo erzählt, wie gut die Stimmung am Set war, wie sehr es ihn überraschte, wie viele Menschen an einem Film arbeiten und wie häufig Szenen wiederholt werden müssen. „Ich mag es einfach, mit anderen Leuten eine Szene zu spielen, manchmal haben wir fünfzehn mal dieselbe Einstellung gespielt. Geduld muss man haben. Aber es ist toll zu sehen, wie sich alle verbessern. Das gefällt mir einfach.“ Die Freude am Spiel ist essenziell, wichtig ist aber auch, die Figur und die Szene zu verstehen.

Jungen Schauspielern bei dieser Aufgabe zu helfen, das ist der Job von Gudrun Bahrmann (siehe Interview im Kasten). Die studierte Germanistin und Theaterpädagogin betreut die Kinder während der Dreharbeiten und bereitet sie auf einen Dreh vor. Für jedes Kind schreibt sie die Geschichte aus Sicht der Figur auf: „Diese Innenansicht auf die Geschichte und die Figur hilft dem Schauspieler, Handlungen und Gefühle zu verstehen und immer zu wissen: Ich lebe gerade ein anderes Leben.“

Mit Ivo hat Gudrun Bahrmann bei 49 Drehtagen viel Zeit verbracht. Vor oder nach dem Dreh haben die beiden sich vorbereitet, Hausaufgaben gemacht , gegessen und gespielt. Ivo: „Vormittags habe ich die Texte gelernt und nachmittags gespielt. Das Lernen der Texte fällt mir relativ leicht.“ Das deutsche Jugendarbeitsschutzgesetz legt fest, dass Kinder ab 6 Jahren drei Stunden pro Tag vor der Kamera und fünf Stunden am Set arbeiten dürfen. Mit einer Sondergenehmigung konnte Ivo sechs Stunden am Set sein, was den Drehplan etwas entspannte, da er in fast jeder Szene zu sehen ist.

Fast den ganzen Sommer hat Ivo am Set verbracht und dabei 35 Tage Schule verpasst. Das klingt verlockend, aber „das ist schon viel“ findet auch Ivo. Anfangs sei es schwierig gewesen, alles aufzuholen. Im zweiten Halbjahr hatte er den Anschluss dann wieder geschafft. Anstrengend war die Zeit, aber gelohnt hat es sich, da ist Ivo Pietzcker sicher: Die Berlinale mit Blitzlichtgewitter und Pressekonferenz, die verschiedenen Reisen zu Film-Festivals, Freundschaften, die am Set besiegelt wurden, die Freude an Stunt-Szenen, die Freude am Spiel – Erfahrungen, die nur wenige Kinder machen können. Und wie geht es weiter nach dem großen Erfolg? „Ich möchte nicht von Casting zu Casting rennen, deshalb bin ich bei keiner Agentur“, so Ivo. „Etwas Neues würde ich schon machen, aber sehr ausgewählt.“ Mit einer deutschen und einer internationalen Produktion ist die Familie in Kontakt. Schauspieler will Ivo auf keinen Fall werden, nebenbei als Hobby könne er sich die Schauspielerei aber durchaus vorstellen. Sein Berufswunsch: Mannschaftsarzt beim Fußball.

Spielt einen Jungen im Auffanglager

Ganz anders ist die Geschichte des gleichaltrigen Tristan Göbel. Die schulterlangen, dunklen Haare fallen dem Jungen in das zarte, ernste Gesicht mit den Sommersprossen. Schauspieler möchte er werden, und das „auf jeden Fall“. Vor fast neun Jahren wurde Tristans große Schwester Maxine im FEZ-Wuhlheide von einem Scout der Agentur Tomorrow angesprochen. Als der Agentur-Chef Achim Gebauer Tristan sah, erkannte er auch dessen Potenzial. Mit drei Jahren hatte Tristan seine erste Rolle in einem Film. Und im Kinofilm „Goethe!“ spielten gleich vier Göbel-Kinder mit. Regisseur Philipp Stölzl hatte die Familie auf ihrem Bauernhof in Brandenburg besucht und war begeisterter von der Ausstrahlung der Kinder, er engagierte die Kidsbande vom Fleck weg. Maxine hat die Schauspielerei mittlerweile aufgegeben, aber Tristan und seine 9-jährige Schwester Gwendolyn sehen sich gerne auf der Leinwand.

In „Westen“ (2013), einem Drama, das die Flucht einer jungen Mutter mit ihrem Sohn aus der DDR zeigt und das Leben im Auffanglager, spielt Tristan mit großer Ernsthaftigkeit einen nachdenklichen Jungen, der versucht, die Welt der Großen zu verstehen. Für Probeaufnahmen filmte Agentur-Chef Achim Gebauer Tristan in der Rolle eines Jungen, der seinen Vater tot findet. „Wenn ich mir das vorstelle, zittere ich am ganzen Körper. Ich fühle mich dann so, als würde das wirklich passieren und muss weinen," beschreibt Tristan seine schauspielerische Leistung, „mir macht es Spaß, mich da reinzuversetzen. Weinen ist ja auch eine Kunst.“

Schwierige Themen bereitet die Mutter Leo Göbel mit ihren Kindern auf. Mit Tristan war sie im Auffanglager in Marienfelde und hat ihm über ihr eigenes Leben in der DDR erzählt. Als die kleine Gwendolyn die Tochter eines Nazi-Offiziers spielte, sah sie, wie am Set Schauspieler hingerichtet wurden. „Die Kinder können zwischen Realität und Film ganz gut unterscheiden. Wir haben die Szene gesehen und sind hinterher mit dem Erschossenen einen Kaffee trinken gegangen“, erklärt die Mutter. Leo Göbel mag den Weg, den ihre Kinder eingeschlagen haben. Um sie habe sich in der Kindheit niemand kümmern können, sie wolle es nun anders machen und ihre Kinder unterstützen. Zusammen spielt die Familie in der Band „The Landeggs“. Leo Göbel: „Zuerst haben die Kinder Leichtathletik gemacht, dann kam das Schauspiel. So lange die Kinder das wollen, stürze ich mich da ins Feuer.“

In dem Abenteuer-Kinderfilm „Winnetous Sohn“ spielt Tristan Göbel die zweite Hauptrolle. „Nach solch einem Dreh bekommen die Eltern ein anderes Kind zurück, das sage ich ihnen immer“, erklärt Achim Gebauer. „Die Kinder sind selbstbewusster und selbstständiger.“ Tristan Göbel und seine Schwester Gwendolyn lassen sich in der Agentur Tomorrow coachen. In kleinen Gruppen lernen sie spielerisch, sich auf neue Situationen einzustellen. Klassischen Schauspielunterricht für Kinder empfiehlt Achim Gebauer nicht unbedingt. Er hält mehr davon, die natürlichen Anlagen und die Phantasie der Kinder zu bestätigen. Und Tristan Göbel hält er für ein Naturtalent: „Tristan ist für mich schon ein Profi. Den Namen kennt man in der Branche. Tristan muss nicht fünf Jahre eine Schauspielschule besuchen, um eine Hauptrolle spielen zu können.

Tomorrow ist eine der bekanntesten Agenturen für Kinder und Jugendliche. Die meisten Kinder und ihre Eltern werden von Agentur-Scouts auf Spielplätzen oder Kinderfesten angesprochen. „Tennis-Eltern, die ihre Kinder pushen wollen oder denen um das Geld geht, habe ich hier nicht,“ sagt Gebauer, „sicher gibt es die, aber um mich scheinen sie einen Bogen zu machen.“ 250 Euro pro Drehtag bekommen jüngere Kinder, bei begehrten Jugendlichen können es auch bis zu 1000 Euro pro Tag werden. Gebauers neuster Coup ist die Besetzung der Hauptrolle im neuen Film von Andreas Dresens mit dem 21-jährigen Merlin Rose. „Als wir träumten“ wird im Berlinale-Wettbewerb laufen und den Hauptdarsteller deutschlandweit bekannt machen. Etwa zweihundert Kinder und Jugendliche führt Achim Gebauer in seiner Kartei. Zu vielen davon – wie zu Merlin Rose - hat er ein freundschaftliches Verhältnis. Persönlichkeit und Ausstrahlung seien die entscheidenden Kriterien, sagt Achim Gebauer. Eine Definition von Talent findet der studierte Theaterwissenschaftler und ehemalige Theater-Intendant schwierig, aber ein Beispiel für Persönlichkeit hat er parat: Einmal habe er einer 6-Jährigen erklärt, sie sei noch zu jung für die Agentur und müsse ein weiteres Jahr warten. „Ach so“, sagte die Kleine, „da bestraft ihr mich also, weil ich zu jung bin.“ Bei so viel Chuzpe landete sie umgehend in der Kartei – zu jung oder nicht.

„Die meisten Kinder wollen spielen, weil sie Lust haben, sich auszuprobieren. Sie wollen sich erleben, sich alles trauen dürfen, an Grenzen gehen“, erklärt Kindercoach Gudrun Bahrmann. „Meist ist ihnen das anfangs gar nicht bewusst, aber einmal erlebt, kann das auch süchtig machen.“ Das empfindet Sofia Eroshevich ganz ähnlich, der Samstag sei für sie der wichtigste Tag der Woche. Ohne das Schauspieltraining in der Agentur Tomorrow bei Kristiane Kupfer und ihrer Truppe der „Jungen Wilden“ sei sie schlecht gelaunt: „Es ist der einzige Ort, an dem ich meine ganzen Emotionen, meinen ganzen Frust, alles was sich über die Woche aufgestaut hat, loslassen kann.“ Im Trainingsraum über der Agentur könne sie endlich einmal machen, was sie im wahren Leben nicht dürfe. Sofia strahlt, in den dunklen Augen erkennt man die Energie, die das Mädchen hat. Die dunklen Haare hat sie zurückgebunden, anfangs ist sie fast schüchtern, aber nach den ersten Lockerungsübungen wirkt Sofia wie befreit. „Hier ist alles erlaubt und ich kann in andere Welten eintauchen“, sagt die 13-Jährige. Im Kinofilm „Kokowääh 2“ von und mit Til Schweiger hat Sofia mitgespielt und in TV-Produktionen wie „Löwenzahn“.

Schule ist trotzdem wichtig

Ihr größter Wunsch ist es, Schauspielerin zu werden. „Ich weiß, wie schwierig das ist. Deshalb werde ich etwas anders studieren, denn ich bin relativ gut in der Schule“, erzählt Sofia. Zusammen mit ihren Freundinnen kommt sie jeden Samstag zur Agentur Tomorrow, besucht ein bis zwei Coaching-Kurse und geht hinterher auf die Spielplätze, um andere Kinder zu scouten. Im Kurs von Kristiane Kupfer kann die zarte Sofia mit den slawischen Zügen ihre Energie zeigen: Neun Jungschauspieler im Alter von 13 Jahren bis Mitte zwanzig stehen im Kreis und warten auf das Kommando der Trainerin. „Yeah, yeah, yeah! Wow! Prima....“, gibt Kristiane Kupfer einen Satz vor, der von Schüler zu Schüler in unterschiedlicher Betonung gerufen wird. Laut ist das. Und mal bedrohlich, mal fast fröhlich rufen die Jungen und Mädchen den Satz. Es entsteht eine Spannung im Raum, die erstaunlich ist. Kaum ist die Übung beendet, müssen sich alle durch den Raum bewegen. „Los, los, ihr seid supergestresst!“ ruft Kristiane Kupfer, von allen Krissi genannt, und hetzt mit durch den Raum. „Passt auf, changed die Stimmung, sucht Euch ein Plätzchen, wer heulen möchte heult.“ Und da sitzen sie, die meisten an die Wand gelehnt und gehen in sich, lassen sich nicht stören. Tränen rollen Wangen hinunter. Fragt man Krissi Kupfer, wie ihre Schüler das machen, sagt sie: „Konzentration ist alles.“

Neben Talent sind Konzentration und Geduld sicher die wichtigsten Güter am Set. Bo Rosenmüller ist Casting-Direktorin und besetzt Schauspieler für Kinofilme und TV-Produktionen wie „SOKO Wismar“ und „Tatort“. Kinder zu finden ist eine besondere Herausforderung und so nimmt Bo Rosenmüller manchmal ihren 11-jährigen Sohn Henry mit zum Kinder-Casting. Während Henry mit den Kindern redet, kann seine Mutter schon einmal sehen, wie kommunikativ die Kinder sind und wie sie sich auf andere Menschen einlassen. Für die Rolle eines 4-jährigen Mädchens in einer Folge von „SOKO Wismar“ castet sie an einem Nachmittag Ende Januar in einem Studio in der Potsdamer Straße mehrere Mädchen im Alter von 5 Jahren. Camilla ist zum ersten Mal bei einem Casting, Bo Rosenmüller hatte die Kleine bei Freunden gesehen und eingeladen. Ohne ihre Mutter geht die kleine Camilla in das Studio, stellt sich vor die Kamera, die Beine leicht verdreht nach innen, etwas mulmig ist ihr schon. Wie sie heiße, was sie gerne esse, womit sie gerne spiele und wie viele Geschwister und Haustiere sie habe, all das kann Camilla beantworten. Sie lächelt in die Kamera und wartet geduldig auf die nächste Frage. „Ich versuche zu testen, wie offen die Kinder sind. Für diese Rolle haben die Mädchen nur ein oder zwei Sätze Text, da ist es wichtiger, zu sehen, ob die Kinder auch Lust haben, vor der Kamera zu agieren“, erklärt Bo Rosenmüller. Ob Camilla die Rolle bekommt, erfährt sie zwei Wochen nach dem Casting. Geduld ist von Anfang an gefragt.

Der erfolgreichste Kinderstar aller Zeiten war Shirley Temple, die in den 30er Jahren mehr als jeder andere Schauspieler in Hollywood verdiente. Ihre Popularität und ihr Ehrgeiz verhalfen ihr später zu einer zweiten Karriere als US-Botschafterin in Ghana und Prag. Eine Story, die weit entfernt ist von der Realität deutscher Jungschauspieler. Als Kinderstar fühlt Ivo Pietzcker sich nicht. Und seine Eltern helfen ihm, auf dem Boden zu bleiben. „Ivo ist immer noch Ivo“, sagt der Vater über seinen Sohn. Selbstständiger und selbstsicherer sei der Sohn allerdings geworden. „Cool“ sei er bei der Pressekonferenz gewesen, meint Moritz Pietzcker stolz. „Aber“, lacht Ivo, „ich wasch jetzt nicht die Wäsche – ich glaube, das hätten meine Eltern sich mehr gewünscht als eine Nominierung beim Kritikerpreis!“