Geldtipp

Was bringt Rechtsberatung am Telefon?

Eine Rechtsschutzversicherung kann sich schnell bezahlt machen. Denn Anwälte oder gar Gerichtsverfahren können schnell eine Menge Geld kosten.

Nicht immer müssen Versicherte für die Beratung in eine Kanzlei gehen. Rechtsschutzversicherungen bieten oft auch den Service einer telefonischen Rechtsberatung an.

„Das ist ein beliebtes Mittel, um schnell und bequem rechtliche Fragen zu klären“, sagt Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Viele Versicherer bieten bei der telefonischen anwaltlichen Rechtsberatung sogar einen umfangreicheren Rechtsschutz an, der auch Leistungsbereiche abdeckt, die vom Versicherungsvertrag eigentlich nicht abgedeckt sind.“

Eine telefonische Rechtsberatung ist aber nur in bestimmten Fällen wirklich ratsam, findet Michael Sittig von der Zeitschrift „Finanztest“. „An einen Anwalt kann man sich telefonisch wenden, wenn man beispielsweise wissen will, bis wann man Einspruch gegen eine Kündigung erheben kann.“ Immer wenn es um einfache Fragen ginge, sei der Griff zum Telefon sinnvoll. Bei komplizierten Fälle, die ausführlich analysiert werden müssen, sieht er die Gefahr, dass diese am Telefon zu schnell erledigt werden. Denn eine telefonische Beratung sei für viele Versicherer auch eine Möglichkeit, Geld zu sparen. „Wer nicht persönlich zum Anwalt gehen kann oder will, hat die Möglichkeit, dem Anwalt die Dokumente postalisch zu schicken“, sagt Sittig. Das sei wesentlich sinnvoller, als dem Anwalt längere Passagen am Telefon vorzulesen und Missverständnisse zu riskieren.

Das Telefonberatungs-Modell stoße schnell an seine Grenzen, meint auch Swen Walentowski vom Deutschen Anwaltverein (DAV). Bei Miet-, Kauf- oder Arbeitsverträgen müsse man beispielsweise genau prüfen, ob man in seinen Rechten verletzt wurde oder seine Pflichten nicht ganz erfüllt hat. „Bei wichtigen Dingen und wenn es um regelmäßiges oder viel Geld geht, sollte man sich nicht allein auf eine telefonische Beratung verlassen.“

Bei der Wahl einer Rechtsschutzversicherung sollte das Kriterium, ob eine Hotline angeboten wird, in jedem Fall ganz unten stehen, betont Sittig von „Finanztest“. „Wichtiger ist der Schutzumfang, also welche Bereiche abgedeckt sind, und wie teuer der Tarif ist“, sagt der Experte.

Mandanten, die einfache rechtliche Fragen haben und die telefonische Beratung nutzen wollen, rät Swen Walentowski vom Deutschen Anwaltverein: „Anrufer sollten sich auf jeden Fall Datum und Uhrzeit und die wesentlichen Aussagepunkte schriftlich notieren, um gegebenenfalls bei einem späteren Regress dies nachweisen zu können.“ Denn auch bei einer telefonischen Rechtsberatung haftet der Anwalt, wenn er falsche Aussagen trifft. Walentowski empfiehlt Mandanten, sich einen unabhängigen Rechtsanwalt zu suchen. „Seriös beraten wird man, wenn man über die Chancen und Risiken gleichermaßen aufgeklärt wird.“ Egal, ob das Gespräch am Telefon oder in der Kanzlei stattfindet.