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Rechte, Pflichten, Familienformen

Sorgerecht Eltern haben das Recht und die Pflicht, für ihr minderjähriges Kind zu sorgen. Wenn die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes miteinander verheiratet sind, besteht automatisch ein gemeinsames Sorgerecht, ebenso, wenn die Eltern nach der Geburt heiraten oder erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen. In allen anderen Fällen hatte die Mutter die elterliche Sorge bis zur Reform des Sorgerechts am 19. Mail 2013 allein. Seitdem kann der Vater durch einen Antrag beim Familiengericht das gemeinsame Sorgerecht erlangen – auch ohne Zustimmung der Mutter. Auch nach einer Trennung bleibt das gemeinsame Sorgerecht bestehen. Ausnahme: Es liegen Gründe vor, die das Kindeswohl gefährden.

Unterhalt Kinder haben in der Regel einen Anspruch auf Unterhalt, wenn sich die Eltern trennen oder nicht zusammen leben. Insbesondere für Minderjährige gilt in der Regel: Während der Elternteil, bei dem das Kind lebt, dem Unterhalt durch Pflege und Erziehung nachkommt, muss der andere Elternteil Barunterhalt leisten. Neben dem Kindesunterhalt muss der von der Familie getrennt lebende Elternteil häufig auch Betreuungsunterhalt an den anderen Elternteil zahlen. Die Höhe des Kindesunterhalts orientiert sich an der Düsseldorfer Tabelle, die den Unterhaltsbedarf von Kindern und die Einkommens- und Lebensverhältnisse der Betroffenen berücksichtigt. Seit dem 1.1.2015 dürfen unterhaltspflichtige Elternteile, die arbeiten, 1080 Euro im Monat behalten (zuvor: 1000 Euro). Für Nicht-Erwerbstätige stieg der sogenannte Selbstbehalt von 800 auf 880 Euro. Ist der Unterhaltspflichtige nicht leistungsfähig, springen die Sozialkassen ein.

Alleinerziehend Als alleinerziehend gilt, wer mindestens ein minderjähriges Kind ohne Hilfe eines anderen Erwachsenen großzieht. Das können Mütter oder Väter sein, die ledig, verwitwet, getrennt lebend oder geschieden sind und die nicht mit einem anderen Erwachsenen in einem Haushalt zusammenleben. Allerdings gibt es an diesem Begriff auch Kritik. Zum einen empfinden ihn Betroffene häufig als diskriminierend, weil er Scheitern und Beziehungsunfähigkeit impliziere. Zum anderen sehen sich viele Alleinerziehende nicht als allein, da sie sich ein großes soziales Netzwerk aufgebaut haben, durch das sie im Alltag Unterstützung erfahren.

Patchwork Als Patchwork-Familien bezeichnet man Familien, bei denen mindestens ein Elternteil ein Kind aus einer früheren Beziehung in die neue Familie einbringt. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass sich der Status „alleinerziehend“ erledigt hat. Aus der Sicht vieler Betroffener ist man – auch wenn man (wieder) in Partnerschaft lebt – alleinerziehend, wenn man wesentliche Entscheidungen, etwa, was dem Kind erlaubt ist und auf welche Schule es geht, alleine fällt.

Ratgeber Der Bundesverband der alleinerziehenden Mütter und Väter e.V. bietet im Taschenbuch „Alleinerziehend - Tipps und Informationen“ auf 240 Seiten Infos, Tipps und Adressen. Download: www.vamv.de/publikationen.html