Kinder Kinder

Aufgeschnappt und Aufgeschrieben

Montag, 9 Uhr, in einem Schlafzimmer in Dallgow

Der vierjährige Enkel ist mal wieder zu Besuch in Dallgow und hat der Oma seinen grippalen Infekt gleich mitgebracht. Vor dem Bett stehend fragt er: „Oma, hast du heute ,Schlafentag’?“ – „Ja, Schatz, Oma geht’s nicht so gut. Ich brauche heute mal ein bisschen Ruhe.“ – „Nein, Oma, du musst aufstehen. Wir sind sonst so alleine.“ – „Geh’ doch runter zu Mama und Opa, dann bist du nicht alleine.“ – „Wenn ich runter gehe sind, wir zu dritt alleine.“

Dienstag, 19 Uhr, in einem Wohnzimmer in Mitte

Eltern und Kinder unterhalten sich über verschiedene Berufe und wie wichtig es ist, sich den richtigen auszusuchen. „Mama, was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Anwalt und einen Rechtsanwalt?“, fragt die Zehnjährige. Da ruft der sechsjährige Bruder: „Na, der Rechtsanwalt arbeitet wahrscheinlich rechts!“

Donnerstag, 18 Uhr, an einem Esstisch in Spandau

Das Gespräch kommt auf den hölzernen Erzgebirge-Nussknacker. Die ältere Schwester findet, dass er aussehe wie Wladimir Putin, auch wenn der keinen Schnurrbart trägt. Ihren beiden Brüdern erklärt sie mit einem Tonfall, der keinen Zweifel an ihrer kritischen Haltung gegenüber Putin zulässt, dass das ein Politiker aus Russland sei. Timo, 10, findet diese Belehrung überflüssig und sagt: „Putin kenne ich doch. Aber diktiert der denn immer noch in Russland?“

Diesmal aufgeschnappt von Christine Eichelmann, Beatrix Fricke und Monika Gustavus. Haben auch Sie eine lustige Begebenheit mit Kindern erlebt? Dann schreiben Sie an familie@morgenpost.de