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Aufgeschnappt und Aufgeschrieben

Freitag, 17 Uhr, in einem Kinderzimmer in Spandau

Der Elfjährige beklagt aufgeregt, dass das angesparte Taschengeld aus seinem Portemonnaie verschwunden sei. Schnell hat er seine dreijährige Schwester im Verdacht, es herausgenommen zu haben. Die bestätigt es mit süßem Lächeln, gibt es aber erst nach einigem Drängen widerwillig zurück. Der Bruder, empört: „Du kannst doch nicht mein Geld nehmen!“ Die kleine Schwester, gelassen: „Doch. Ich hab’ keins und außerdem fühlt es sich bei mir viel wohler.“

Sonnabend, 15 Uhr, in einer Küche in Charlottenburg

Ursula ist zu Besuch bei ihrer Tante. Gemeinsam schauen sie in den Kühlschrank. „Na, was magst du trinken?“, fragt die Tante. Die Nichte: „Einen To-Saft!“ Darauf die Tante: „Einen was?“ Ursula: „Na, einen To-Saft! Einen Tomatensaft! Ist doch logisch! Man sagt doch auch O-Saft für Orangensaft.“

Sonntag, 16 Uhr, in einem Wohnzimmer in Potsdam

Die Achtjährige feiert Kindergeburtstag. Die kleinen Gäste sitzen im Kreis, ihre Geschenke auf dem Schoß. Das Geburtstagskind bestimmt per Flaschendrehen, welches Kind als nächstes sein Geschenk überreichen darf. Nun ist Isabel an der Reihe. Sorgfältig packt die Gastgeberin das Päckchen aus und zieht strahlend ein paar besonders schöne Stifte heraus. Da ruft Lisa mit entwaffender Ehrlichkeit in die feierliche Stimmung: „Wow, sind die toll! Wenn Isabel so schöne Geschenke macht, lade ich sie auch zu meiner Party ein!“

Diesmal aufgeschnappt von Guido Fehling, Beatrix Fricke und Anna Stern.

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