Geldtipp

Bei Kfz-Police nicht von hohen Rabatten blenden lassen

So können Familien sparen

Hohe Rabattversprechen in der Kfz-Versicherung bedeuten nicht zwingend einen günstigen Beitrag. In einer umfangreichen Beispielrechnung war nur bei einem von 23 betrachteten Tarifmerkmalen der Anbieter mit dem höchsten Rabatt auch der günstigste, berichtet das Internet-Vergleichsportal Check24.de und rät: Autobesitzer sollten beim Abschluss einer Kfz-Versicherung nicht auf hohe Rabatte bei einzelnen Tarifmerkmalen, sondern auf den Endpreis achten. Dafür ist ein individueller Vergleich verschiedener Anbieter unerlässlich.

Die höchsten Preisnachlässe geben Versicherer für den Verzicht auf freie Werkstattwahl (-36 Prozent), eine niedrigere Regional- oder Typklasse (-68 Prozent bzw. -63 Prozent) und den Verzicht auf Kaskoschutz (-79 Prozent). Die höchsten Aufschläge verlangen die Anbieter für eine höhere jährliche Fahrleistung (+49 Prozent) und unterjährige Zahlweise (+40 Prozent). Die Analyse zeigt: Die Veränderung eines Tarifmerkmals wirkt sich je nach Versicherer anders aus. Autofahrer, die z. B. einen Neuwagen statt eines Gebrauchtwagens versichern, erhalten bei einem Anbieter 21 Prozent Rabatt, ein anderer verlangt acht Prozent Aufschlag.

Auch bei geringerem Rabatt für einzelne Tarifmerkmale ist ein günstiger Gesamtpreis der Kfz-Versicherung möglich. Für eine niedrigere jährliche Fahrleistung (6.000 statt 12.000 Kilometer) gibt es z. B. maximal 23 Prozent Preisnachlass. Der günstigste Anbieter R+V24 gibt dafür zwar „nur“ elf Prozent Rabatt, ist insgesamt aber 74 Euro pro Jahr (13 Prozent) günstiger als der Anbieter mit dem höchsten Preisnachlass.

Autofahrer sparen bis zu 36 Prozent beim Versicherungsbeitrag, wenn sie auf die freie Werkstattwahl verzichten. Deutlichen Einfluss auf den Preis haben auch Regional- und Typklassen. Zwar gibt es auch für den Verzicht auf Kaskoschutz hohe Rabatte, entscheidend für die Wahl des Versicherungsschutzes sollte aber nicht der Preis, sondern die jeweilige Situation des Fahrers und seines Fahrzeugs sein, so die Experten von Check24.de.

Für ein schadenfreies Jahr erhalten Autofahrer vom Versicherer eine höhere Schadenfreiheitsklasse. Eine Verbesserung von Klasse 19 auf 20 (Haftpflicht und Vollkasko) vergünstigt die Prämie im Beispiel um bis zu sechs Prozent. Eine Rückstufung durch einen Vollkaskoschaden wird dagegen mit bis zu 36 Prozent Aufschlag bestraft.

Alle Versicherer im Rechenbeispiel verlangen für eine höhere jährliche Fahrleistung einen Preisaufschlag. Diese Angaben sollten Autofahrer auf jeden Fall wahrheitsgemäß machen, so Check24.de. Andernfalls riskieren sie eine Nachkalkulation des Beitrags oder sogar die Zahlung einer Vertragsstrafe.

Bei manchen Versicherern sind Zusatzleistungen wie Marderschäden, ein Schutzbrief oder eine Mallorca-Police bereits im Basis-Tarif eingeschlossen. Bei anderen Versicherern gibt es die Zusatzleistungen nur in einem leistungsstärkeren Tarif. Dafür zahlen Autofahrer bis zu sechs Prozent (Schutzbrief), 18 Prozent (Mallorca-Police) und sogar 27 Prozent (Marderschäden) mehr Beitrag.