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Mieten oder kaufen? Der Weg zur perfekten Wohnung

Über mehrere Etagen anstehen, um sich dann mit zwei Dutzend Leuten durch eine enge Wohnung zu schieben? Begehrter Wohnraum ist gerade in Großstädten Mangelware. Die Suche nach der Traumwohnung wird schnell zur Belastungsprobe – vor allem für Familien.

Neben Wohnungsanzeigen in Zeitungen spielen Internetportale bei der Suche zunehmend eine Rolle. Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (DMB) empfiehlt auch: „Man sollte vielen Leuten erzählen, dass man ein neues Zuhause sucht.“ Ob Postbote oder Nachbar – jeder könnte den entscheidenden Tipp geben. Auch ein Anruf bei Wohnungsbaugesellschaften schade nicht. „Bei der Suche nach der Traumwohnung müssen drei Faktoren beachtet werden: Lage, Größe, Preis“, zählt Jürgen Michael Schick auf, Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD). „Wer Kinder hat, sollte vor allem schauen, ob Kindergarten und Schule in der Nähe sind“, so Schick. Wenn kein Auto zur Verfügung steht, ist eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel umso wichtiger. Bei der Größe der Wohnung zahlt es sich aus, vorausschauend zu denken. Als Single benötigt man vielleicht nur ein Zimmer. Will in Zukunft auch der Partner einziehen, kann das knapp werden. Wohnungssuchende sollten sich auch überlegen, worauf sie Wert legen: Gästetoilette, Garten oder Balkon sind nur einige Punkte.

Mieter sollten prüfen, ob sie Staffel- oder Indexmiete für die Wohnung zahlen sollen: Bei der ersten ist im Vorhinein festgelegt, wie die Miete steigen wird. Ist die Miethöhe ausgehend von einer Basismiete an die Werteentwicklung bestimmter Parameter – den Index – gekoppelt, spricht man von Indexmiete. Hier steht die Höhe des zukünftigen Mietpreises nicht fest. Vorsicht bei Nebenkosten: Sie sind oft zu niedrig angesetzt und üppige Nachzahlungen können auf den Mieter zukommen.

Jürgen Michael Schick vom IVD rät, nicht mehr als ein Drittel des verfügbaren Netto-Einkommens fürs Wohnen auszugeben. Manch einer zieht es vor, eine Wohnung zu kaufen statt zu mieten. „Viele denken, dass dann die monatlichen Kosten wegfallen“, sagt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund. Das sei falsch: Die Nebenkosten fallen weiterhin an. Hinzu kommen Verwaltungskosten und die Instandhaltungsrücklage für das gemeinschaftliche Eigentum. „Ein Wohnungskauf rechnet sich erst auf Dauer“, so Happ.

Noch ein paar Tipps für die Besichtigung: Ulrich Ropertz vom DMB rät, sich eine Liste mit wichtigen Kriterien zu machen und diese dann zu überprüfen. Und er empfiehlt: „Je länger die Schlange vor der Wohnung ist, desto weniger kritische Nachfragen sollte ich stellen.“ Bewerber sollten Unterlagen wie Einkommensnachweise, Schufa-Auskunft oder Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vom aktuellen Vermieter zur Hand haben.

Wer die Zusage für seine Traumwohnung bekommen hat, sollte den Vertrag dann aber erst einmal in Ruhe durchlesen. Der Mietvertrag sollte keine Befristung enthalten und die Kündigung für mehrere Jahre ausschließen. Erst dann heißt es: unterschreiben.