Geldtipp: So können Familien sparen

Finanzierung fürs Eigenheim gut planen

Spätestens, wenn Kinder kommen, fangen viele Menschen an, von einem Leben in den eigenen vier Wänden zu träumen.

Doch bevor es ans Bauen oder an die Objektsuche geht, ist Rechnen angesagt. Wie Käufer ein solides Finanzierungskonzept entwickeln:

Aktuelle Liquidität ermitteln: Auf der Einnahmeseite müssen Nettoeinkommen, Kapitalerträge und sonstige Einnahmen wie das Kindergeld aufgelistet werden. Auf der anderen Seite sind monatliche Ausgaben für Miete und Lebenshaltungskosten, unregelmäßige Ausgaben wie Urlaub, Beiträge, Versicherungen sowie Kfz-Aufwendungen zu vermerken. Aus der Differenz zwischen der Summe der Einnahmen und der Summe der Ausgaben ergibt sich der Betrag, der rein theoretisch in die Immobilienfinanzierung fließen kann. Allerdings sollte für ungeplante Ausgaben eine Geldreserve da sein.

Eigenkapital berechnen: „Als Faustregel gilt, dass 20 bis 30 Prozent Eigenkapital eingebracht werden“, sagt Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Ins Eigenkapital einfließen können etwa Tages- und Termingelder. Auch Investmentfondsanteile und Aktien können grundsätzlich kurzfristig verkauft werden.

Staatliche Angebote prüfen: Der Staat unterstützt Verbraucher beim Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum. Es gibt Finanzierungshilfen, z.B. über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dort können Interessierte etwa ein staatlich gefördertes zinsgünstiges Darlehen beantragen. Daneben können auch über Wohn-Riester-Verträge staatliche Zulagen und Steuervorteile genutzt werden.

Finanzierungsvariante wählen: „Die in der Praxis am häufigsten genutzte Variante der Immobilienfinanzierung ist der Festzinskredit“, sagt Topar. Dabei wird der Zinssatz für einen längeren Zeitraum festgeschrieben und bleibt in dieser Zeit unverändert – üblicherweise für fünf, zehn oder 15 Jahre. Die Laufzeit kann je nach Tilgungsrate über 30 Jahre gehen. Der Vorteil: Planungssicherheit. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Kredit mit variablen Zinsen aufzunehmen Ein Bauspardarlehen ist eine weitere mögliche Finanzierungsvariante.

Darlehensobergrenze ermitteln: Dabei sollten nicht nur die aktuellen Marktzinsen, sondern auch das eigene Alter berücksichtigt werden. „Spätestens mit Eintritt ins Rentenalter sollte das Eigenheim unbedingt schuldenfrei sein“, empfiehlt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

Um eine Unterfinanzierung zu vermeiden, sollten Verbraucher auf eine seriöse und vollständige Kostenaufstellung achten. Kräftig zu Buche schlagen können auch die anfallenden Nebenerwerbskosten. Das sind neben Grunderwerbssteuer, Notar- und Grundbuchgebühren gegebenenfalls auch die Maklerprovision oder Kosten für Architekten- und Ingenieurleistungen. „Zu Nebenkosten sollten sich Immobilienbesitzer ebenfalls eine Liste machen“, rät Topar.