Kinder Kinder

Aufgeschnappt und Aufgeschrieben

Dienstag, 15.30 Uhr, in einer Wohnung in Wilmersdorf

Es sind Ferien. Die Mutter ist bei der Arbeit, die Tochter (11) mit einer Freundin allein zuhause. Am Schreibtisch im Büro klingelt das Telefon. Tochter: „Mama, können wir uns ein Eis im Internet bestellen?“ Mutter: „Warum das denn?“ Tochter: „Es ist heiß und wir sind zu faul, zur Eisdiele zu laufen!“ Mutter: „Und wer soll das Eis bringen?“ Tochter: „Na, der Lieferservice!“ Mutter, heftig: „So ein Quatsch! Ihr holt euch euer Eis gefälligst selbst!“ Tochter, maulend: „Du bist so alt, Mama! Das machen jetzt alle so.“

Dienstag, 16.30 Uhr, an einem Strand an der Ostsee

Der Dreijährige ist kaum aus dem Wasser zu kriegen, obwohl die Lippen schon leicht blau sind und er schlottert. Der Vater sagt besorgt: „Nun komm aber mal raus, du frierst doch!“ Darauf der Sohn (mit aufeinander schlagenden Zähnen): „Wenn ich nicht mehr klappere, gehen wir aber wieder rein!“

Donnerstag, 18 Uhr, auf dem Spielplatz in Kreuzberg

Fabian war mit seinem Freund den ganzen Tag auf dem Spielplatz, vor allem an der Wasserpumpe am Sandkasten. Die beiden Vierjährigen haben gematscht und gebuddelt und ein tiefes Loch gegraben. „Fabian, Lukas, jetzt geht es nach Hause“, ruft die Mutter. Unwirsch schaut Fabian auf. „Muss das wirklich sein?“, jammert er und setzt hinzu: „Wir kommen aber nur mit, wenn wir unser tolles Loch mit nach Hause nehmen dürfen!“

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