Geldtipp

So schützen Sie Ihr Auto vor dem Abschleppdienst

Das Knöllchen wegen Falschparkens mag man ja noch sportlich nehmen – als „erhöhte Parkgebühr“.

Findet man jedoch am vermeintlichen Standort seines Fahrzeugs nur gähnende Leere vor, gerät man ins Grübeln. In den meisten Fällen bringt ein Anruf bei der Polizei die Gewissheit, dass der Wagen wegen eines Parkverstoßes abgeschleppt wurde. Das ist ärgerlich – und teuer. Wie tief der Halter des Fahrzeugs in die Tasche greifen muss, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt.

Gründe für die Unterschiede gibt es im Wesentlichen zwei, erlätuert Katharina Lucà vom ADAC: „Die Kosten variieren zwischen den Abschleppunternehmen, außerdem nehmen Gemeinden unterschiedlich hohe Gebühren.“ Doch auch am gleichen Ort kann es mal teurer und mal günstiger werden. Der Verband der Bergungs- und Abschleppunternehmen (VBA) empfiehlt seinen Mitgliedsbetrieben beispielsweise für die Zeit zwischen 16.30 Uhr und 20 Uhr einen Aufschlag von 25 Prozent, nachts von 50 Prozent und sonn- und feiertags sogar von 100 Prozent. Zudem ist die Verwahrung auf amtlichen Stellflächen teurer als auf dem Grund der Abschleppfirmen.

Glück im Unglück hat, wer zu seinem Fahrzeug zurückkehrt, bevor der Abschlepper mit seiner Arbeit begonnen hat. „50 bis 60 Prozent der Kosten fallen bereits an, wenn der Abschleppwagen rausfährt“, erläutert Ulrike Wenzel vom VBA. „Hat der Abschlepper jedoch schon mit seiner Arbeit begonnen, bevor der Fahrer des falsch parkenden Fahrzeugs eintrifft, muss er die kompletten Kosten tragen.“ Zu den Abschleppkosten kommt meist noch das Verwarngeld für den eigentlichen Parkverstoß in Höhe von 10 bis 35 Euro. Oder 50 Euro Bußgeld, falls der Fahrer seinen Wagen in einer Feuerwehrzufahrt abgestellt oder durch sein Parken Rettungsfahrzeuge behindert hat.

Die Frage, ob abgeschleppt wird oder nicht, folgt laut Lucà dem Grundsatz der Notwendigkeit. Eine Behinderung muss aber nicht vorliegen. „Auch Fahrzeuge, die auf Gehwegen, in Feuerwehranfahrtszonen, auf Behindertenparkplätzen, an Bushaltestellen oder im Bereich von Fußgängerzonen oder -überwegen abgestellt sind“, können abgeschleppt werden, sagt Volker Lempp, Verkehrsjurist beim ACE. Seine Handynummer im Auto gut sichtbar zu hinterlassen, kann im Einzelfall verhindern, dass das Auto abgeschleppt wird. „Das setzt aber voraus, dass sich der Fahrer erkennbar in der Nähe befindet und das Auto binnen fünf Minuten entfernen kann“, merkt Lempp an.

Selbst wer sein Fahrzeug ordnungsgemäß parkt, kann abgeschleppt werden. Nämlich dann, wenn er zum Beispiel in den Urlaub fliegt und just an dieser Stelle für eine Baustelle oder eine Veranstaltung eine Parkverbotszone eingerichtet wird. Der Halter hat laut Lempp dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug jederzeit umgeparkt werden kann. Allerdings müssen die entsprechenden Schilder rechtzeitig im Vorfeld aufgestellt werden. Gerichte halten hier Fristen zwischen 48 Stunden und vier Tagen für angemessen.