Reise in ein vergangenes Jahrhundert

Zum Anschauen Das Deutsche Historische Museum (DHM) zeigt bis zum 30. November die Sonderausstellung „1914-1918. Der Erste Weltkrieg“. Anhand von 14 markanten Orten – vom Schlachtfeld bis zur besetzten Stadt – erzählt sie von den Geschehnissen des Krieges, der neun Millionen Soldaten und fast sechs Millionen Zivilisten das Leben kostete. „Besonders wichtig war mir die Darstellung des neuen Ausmaßes an geografischer Ausdehnung und der Eskalation von Gewalt“, sagt Kurator Andreas Mix. Unter den Exponaten hebt er die „Gulaschkanone“, eine mobile Feldküche, sowie einen Flammenwerfer hervor. Dieser galt im Ersten Weltkrieg als neue Waffe. Weltweit sind nur noch drei bis vier davon erhalten. Auch persönliche Erinnerungsstücke wie Feldpostbriefe (Foto) und Kriegstagebücher finden sich in der Ausstellung,. Darunter sind auch die Notizen des Schriftstellers Ernst Jünger, auf denen sein erstes Buch „In Stahlgewittern“ gründet, sowie die Erinnerungen der Künstlerin Käthe Kollwitz über die Kriegszeit in Berlin. „Auf die gelben Vitrinen sollte man bei einem Museumsbesuch achten: Sie weisen auf persönliche Geschichten hin“, sagt Mix.

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin. Täglich 10-18 Uhr. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei, Eintritt für Erwachsene: 8 Euro. Mehr Infos zum Begleitprogramm, z.B. Familienführungen: www.dhm.de

Zum Weiterlesen „Europeana 1914-1918“ ist ein Projekt der Europeana Stiftung, das etwa 300 Kriegstagebücher aus ganz Europa umfasst – auch die Erinnerungen des Urgroßvaters von unserer Autorin Paula Pleiss. Die meisten Tagebücher wurden von Soldaten geschrieben, einige aber auch von Flüchtlingen und Frauen. „Die Tagebücher machen die Geschichten auf eine Art persönlich, wie es ein Bericht aus einem Geschichtsbuch nie könnte“, sagt Jill Cousins, Geschäftsführerin von Europeana. Familienangehörige brachten die Geschichten zu Europeana, dort wurden sie digitalisiert. „Durch die Digitalisierung können wir die Tagebücher als Aufzeichnungen einer prägenden Zeit der europäischen Geschichte für zukünftige Generationen bewahren“, sagt Cousins. Online kann man die aussagekräftigsten Exponate durchstöbern: www.europeana1914-1918.eu