Kinder Kinder

Aufgeschnappt und Aufgeschrieben

Montag, 17 Uhr, an einem Esstisch in Kleinmachnow

Die Erstklässlerin sitzt am Esstisch und führt der Mutter stolz vor, wie sie Schreibschrift gelernt hat. „Bus Bus Bus“, „Auto Auto Auto“, „Taxi Taxi Taxi“ steht schwungvoll in ihrem Deutsch-Übungsheft. „Guck mal, Mama, hier habe ich etwas über dich geschrieben“, sagt sie mit breitem Grinsen – und zeigt auf das Wort „Taxi“.

Dienstag, 12.30 Uhr, Novalisstraße, Mitte

Endlich ist es Sommer in Berlin. Ein italienischer Kellner in einem Restaurant schäkert mit einem Baby, das glucksend in seinem Kinderwagen liegt. Die stolze Mutter erklärt dem Kellner: „Er hat zum ersten Mal in seinem Leben nackte Füße!“ Nach einem irritierten Blick des Kellners fügt sie hinzu: „Also, äh, draußen.“

Mittwoch, 9.30 Uhr, am Friedrich-Wilhelm-Platz

Eine Erzieherin steht vor dem Fahrkartenschalter mit einer Schar Kinder und fragt sie, wie alt sie sind. „Ich bin fünf“, sagt ein Junge. „Ich auch“, erklärte ein zweiter. Ein dritter meldet sich: „Und ich halb sechs.“

Donnerstag, 19 Uhr, in einem Kinderzimmer in Tempelhof

Die Siebenjährige philosophiert in ihrem Bett liegend: „Wenn so ein Mensch tot ist, dann ist das schlecht für ihn und gut für ihn. Schlecht ist, dass er nicht mehr lebt. Gut ist, dass er dann nicht mehr arbeiten muss.“

Diesmal aufgeschnappt von Josef Engels, Jan Draeger und Beatrix Fricke. Haben auch Sie eine lustige oder denkwürdige Begebenheit mit Kindern erlebt? Dann schreiben Sie an familie@morgenpost.de