Geldtipp

Worauf Sie beim Kauf eines Wohnmobils achten sollten

Unterwegs sein und dennoch daheim – damit werden Wohnmobile von den einschlägigen Herstellern gern beworben. Und die Urlaubsform wird in der Tat immer beliebter.

Wie der Caravaning Industrieverband (CIVD) berichtet, rollten im vergangenen Jahr 24.809 neue Reisemobile zu deutschen Camper-Freunden – 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch nicht jeder kann sich ein solches Gefährt leisten. Günstige Mobile kosten über 50.000 Euro. Alternative kann ein Fahrzeug aus zweiter Hand sein. CIVD-Sprecher Werner Sievers empfiehlt Interessenten, auf genügend Sicherheitsausstattung zu achten: „Moderne Sicherheitssysteme sind stets ein Plus, gerade für Einsteiger in das Reisemobilhobby.“

Zunächst muss sich der Interessent neben dem Budget auch seiner eigenen Bedürfnisse bewusst werden, rät Nadine Scheufele vom Fachmagazin „Pro Mobil“. Reichen die verfügbaren finanziellen Mittel für die eigenen Vorstellungen von Grundriss, Motorleistung und Ausstattung? Wie viele Schlaf- und Gurtplätze muss das Fahrzeug aufweisen?

Soll es ein sogenanntes teilintegriertes Mobil sein, bei dem einem Basisfahrzeug mit Führerhaus lediglich der Rest der Karosserie mit einer Camperausstattung aufgepflanzt ist? „Von außen betrachtet wirken diese Fahrzeuge wie mit einem Alkoven ausgestattet“, erläutert Philipp Schwenke vom Gebrauchtwagenportal Autoscout 24, denn in ihrem Führerhaus könne man meist stehen. Oder soll es doch ein vollintegriertes Mobil mit durchgehendem Campingaufbau aus einem Guss sein?

Dass Wohnmobile aus privater Hand immer billiger sind als beim Händler, ist laut Scheufele nicht gesagt. Was für den Kauf beim Händler spricht: Anders als der Privatverkäufer muss der Händler zwölf Monate Gewährleistung einräumen. Die Besichtigung ist ein Muss. Vor Ort lässt man sich zunächst das ganze Wohnmobil von innen und außen zeigen. Ein entscheidender Punkt ist nach Einschätzung der Experten die Dichtigkeit des Fahrzeugs. Denn eintretendes Regenwasser kann erhebliche Schäden hervorrufen, zudem sind Lecks häufig schlecht zu orten. Vorsicht ist bei moderigem Geruch im Innenraum geboten.

Druckproben mit dem Daumen können laut Scheufele Materialbrüche an angeschraubten Anbauteilen oder durch Wassereintritte faulige Holzeinbauten entlarven. Überprüft werden sollte auch, ob Kocher, Kühlschrank, Heizung und Boiler funktionstüchtig und im Gasprüfbericht eingetragen sind. Der Funktions-Check gilt zudem Wasserhähnen und -leitungen. Ein prüfender Blick auf die Fensterdichtungen ist ebenfalls empfehlenswert. Auch das Basisfahrzeuge selbst darf bei der Besichtigung nicht außen vor gelassen werden. Ist der Unterboden rostfrei? Springt der Motor auch im kalten Zustand einwandfrei an und läuft problemlos ohne zu qualmen? Schaltet das Getriebe einwandfrei? Heulende Gänge kündigen meist einen Getriebeschaden an. Zieht das Fahrzeug zu einer Seite, so liegt etwas mit Fahrwerk oder Lenkung im Argen.

Zu guter Letzt ist ein Blick in die Papiere unverzichtbar, erklärt CIVD-Sprecher Wieners. Wie lange gelten Hauptuntersuchung und Gasdichtigkeitsprüfung noch? Frisch absolvierte Prüfungen sprechen für das Fahrzeug.