Patenschaft

An Ostern werden sie Patenkinder

Etwas Besonderes ist es, wenn junge Menschen sich ihre Paten selbst aussuchen können, so wie die Zwillinge Luisa und Lioba von Magnus.

Die beiden 14-jährigen Mädchen lassen sich zum Osterfest zusammen mit neun anderen zukünftigen Konfirmanden taufen.

„Da unsere Eltern verschiedenen Konfessionen angehören, wollten sie uns nicht einer Kirche zuordnen“, erklären die Mädchen, deren Vater katholisch und deren Mutter evangelisch ist. Aufgewachsen mit einer Großmutter, die Theologie studiert hat und mit einem evangelischen Pfarrer verheiratet war, fiel es den beiden nicht schwer, sich für die Konfirmation in der evangelischen Kirche zu entscheiden. „Die evangelische Religion mit ihrer Weltoffenheit spricht mich mehr an als die katholische“, begründet Luisa ihre Entscheidung. Lioba sagt: „Die Konfirmation ist für mich Teil des Lebens. Und wenn ich mich nicht taufen lassen würde, könnte ich mich nicht konfirmieren lassen. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe.“

Am Osterfeuer wird der Gottesdienst begonnen, unter Gesängen und Lesungen laufen die Täuflinge und ihre Gäste in einer Prozession zur Kirche und ziehen in das dunkle Gotteshaus ein. Die Taufe findet in der nur von Kerzen erleuchteten Kirche statt, während es draußen hell wird und die Sonne aufgeht als Symbol für das neue Leben und die Auferstehung zu Ostern.

Die Zwillingsschwestern wussten gleich, wen sie sich als Paten aussuchen würden: Lioba wählte zwei Schwestern ihrer Mutter, Luisa eine andere Schwester der Mutter und eine Schwester des Vaters. „Meine Tanten gehören genauso zu meinem Leben dazu wie meine Eltern und meine Schwester“, begründet Lioba ihre Wahl. Ihre zukünftige Patentante Angelika engagiere sich für die Restaurierung von Taufengeln. Da habe sie bei der Taufe sofort an diese Schwester ihrer Mutter gedacht. Die zukünftige Patentante Friederike setze sich sehr für die Familie ein.

Formell ist die Patenschaft mit der Konfirmation beendet, aber Lioba wünscht sich, dass ihre Paten sie ein Leben lang begleiten werden und „mir beistehen, wenn meine Eltern vielleicht nicht weiterhelfen können“. Ähnlich sieht es ihre Schwester Luisa.

Nach der Konfirmation können Lioba und Luisa auch selbst Paten werden, was beide später gerne einmal tun möchten. „Ich würde meinem Patenkind mit Liebe begegnen und immer für sie oder ihn da sein wollen“, sagt Luisa. Lioba ergänzt: „Ich würde meinem Patenkind zeigen wollen, wie schön das Leben ist.“