Kinder Kinder

Aufgeschnappt und Aufgeschrieben

Montag, 17 Uhr, im Kinderzimmer in Charlottenburg

Die Dreijährige und ihre fünf Jahre alte Schwester hören Radio. Die Dreijährige fragt: „Ist da eigentlich wirklich jemand im Radio und singt?“ „Quatsch“, erklärt die große Schwester. „Das wird in ein Haus gefunkt, wo die Musiker sitzen. Da kommt ein Ton, wenn wir das Radio anmachen. Und dann fangen die an, Musik zu machen.“

Dienstag, 18.45 Uhr, in einer Küche in Spandau

Die politische Lage in der Ukraine bewegt bereits Grundschüler. „Der Putin ist total daneben, der will wieder einen Krieg haben“, klärt die Viertklässlerin die Mutter auf. Der Henrik wisse das genau, der habe nämlich mit dem Kinderparlament vom Hort den Bundestag besucht. Die kleine Schwester schaut von ihrem Puzzle auf. Sie guckt verständnislos und fragt: „Aber was hat das jetzt alles mit Pudding zu tun?“

Sonntag, 16 Uhr, in einer Küche in Grünau

Die Enkeltochter Maria, sechs Jahre alt, kommt mit Freundin Lotti (ebenfalls sechs) vom Spielplatz zurück. Dort haben sie an einer Wand ein gemaltes Herz gesehen, durch das ein Pfeil hindurch geht. Lotti fragt den Vater: „Papa, was hat das zu bedeuten?“ Der Vater, etwas verlegen angesichts der vielen unbekannten Personen in der Küche: „Das erkläre ich dir zu Hause.” Darauf die Freundin laut und deutlich: „Ach, Papa, ich weiß schon, ich glaube, das hat irgendetwas mit Sex zu tun.“

Diesmal aufgeschnappt von Beatrix Fricke, Michael Nawrot und Anette Nayhauß. Haben auch Sie eine lustige oder denkwürdige Begebenheit mit Kindern erlebt? Dann schreiben Sie an familie@morgenpost.de