Kindermode

Hamburger Kinderstube: Festlicher Matrosenlook

Höchste Qualität in Handarbeit gefertigt: Das ist die Firmenphilosophie der „Hamburger Kinderstube“.

Ursprünglich in Hamburg am Jungfernstieg ansässig, holte Inhaber Andreas Weber das Label Ende der 90er-Jahre nach Berlin. Allerdings war die „Kinderstube“ schon immer ein bisschen berlinerisch, denn Firmengründerin Alice Haas war an der Textil- und Modeakademie in Berlin ausgebildet worden. Ab 1925 entwarf sie für ihre beiden Töchter Kleidung, die sie erfolgreich verkaufte.

Bis heute werden überwiegend Naturstoffe verarbeitet: Schurwolle, Baumwolle, Leinen, Seide, sogar Kaschmir. In die Motzstraße 59 kommt, wer es norddeutsch mag: Matrosenanzüge, -hemden und -kleider, dazu handgesmokte oder bestickte Blusen oder Duffle-Coats. Gearbeitet wird mit alten Techniken. „Den Tollenkragen etwa kennt fast keiner mehr“, sagt Weber. Die Schneiderinnen müssen die Bänder dafür selbst falzen und bügeln. Ärmel und Rock werden bei vielen Modellen aufgesäumt. Wächst das Kind, muss die Naht nur aufgetrennt werden. Genäht wird nur in Berlin als Einzelstück oder in Kleinserien. Das hat seinen Preis. Um die 200 Euro kostet ein Mantel. Außer dem besserverdienenden Normalbürger kaufen bei Weber auch Familien aus altem deutschen Adel oder alteingesessene Kaufmannsfamilien, „bei denen die Oma schon hier eingekleidet wurde“.