Kinderkleidung

La fraise rouge: Freche Sprüche und eine Erdbeere

Wenn man Ariane Dykiert und ihren Mann Marcel fragt, was die Kindermode und -accessoires von La fraise rouge berlinerisch macht, lautet die Antwort sofort: „Wir!“

Beide Dykierts sind Berliner in mindestens dritter Generation und das Einzige, was die rote Erdbeere französisch machte, ist Arianes Liebe zum Nachbarland. Vielleicht noch der Hang, sich modisch individuell auszudrücken, der den Franzosen nachgesagt wird und der auch Ariane Dykierts Kreationen prägt. Es sind vor allem handgenähte Applikationen, die die T-Shirts, Taschen und Geschenke für die ganz Kleinen zu Einzelstücken machen. Nach Wunsch werden sie ganz auf den Kunden angepasst. „Das Individuelle mit Namen ist sehr gefragt“, sagt die 42-Jährige.

Der Laden in der Großbeerenstraße 64a bietet neben eigenen Produkten für Kinder von null bis vier Jahren und ihre Mütter auch Alltagsgegenstände wie Geschirr oder Möbelknäufe. Aber eigentlich ist er nur der Vorraum zur Kreativwerkstatt, in der sich auf einem großen Tisch Stoffballen und auf Regalen bis zur Decke Zubehör und fertige Produkte wie Spieluhren, Kuscheltücher und -kissen stapeln. Eine Nähmaschine steht am Fenster, die Stickmaschine im Nebenraum. Ariane Dykiert verknüpft gern eher brave Muster wie Vichykaros oder Pünktchen in rot, rosa oder hellblau mit frechen Formen. Erdbeerkinder rasseln mit Gitarren, kuscheln mit Ameisenbären und ihre Spieluhr ist ein Drache. Sie tragen T-Shirts mit Aufschriften wie „Kacke sagt man nicht!“ oder „Je ne regrette rien“.

Anfangs fand Ariane Dykiert ihre Stoffe auf Flohmärkten. Mittlerweile bezieht sie sie von deutschen, holländischen oder belgischen Großhändlern, die Qualität und Unbedenklichkeit der Stoffe garantieren. Sie entwirft die Designs, die Schnitte und näht auch täglich selbst, aber längst nicht mehr alleine. Eine festangestellte Schneiderin unterstützt sie ebenso wie Berlinerinnen, die in Heimarbeit die Zuschnitte übernehmen. Genäht wird meist von ausgebildeten Näherinnen. „Blusen nähen ist leicht“, sagt die ehemalige Wirtschaftsingenieurin. „Aber wir machen viele Applikationen, das ist schwer.“ Das Markenzeichen Erdbeere, die an jeder Tasche baumelt und einzeln als Accessoire erhältlich ist, wird in Bangladesh gefertigt. Ariane und Marcel Dykiert liefern den Stoff an die Hilfsorganisation Dipshikha, die Mädchen eine Ausbildung zur Näherin ermöglicht, und kaufen dann das fertige Produkt. Vom Verkauf in Deutschland spenden sie nochmals zwei Euro an Dipshikha.

Bisher funktioniert das Geschäft vor allem über die eigene Homepage und die 500 Einzelhändler, die hauptsächlich in Bayern, Österreich und der Schweiz die Produkte von La fraise rouge verkaufen. Für die Zukunft wünscht sich Ariane Dykiert „einen Laden in einer Shoppinggegend wie der Bergmannstraße mit mehr Laufkundschaft, wo man noch mehr auf Kundenwunsch machen kann“. Diese Wünsche passen auch zu der typischen Kundin, wie Marcel Dykiert sie beschreibt: Das sei die Mutter aus der gehobenen Mittelschicht, der Handgemachtes wichtig sei.