Kinderkleidung

Noé & Zoë: Eigensinnige Mode für Berlin und die Welt

Es wäre verwunderlich, befände sich nicht wenigstens eines der hier vorgestellten Kindermodelabels im Bezirk mit der höchsten Dichte an Spielcafés und Läden für Kinderkleidung.

Trotzdem gibt es keinen hippen Noé & Zoë-Store im Kiez. Auch befindet sich an der Rykestraße 7 kein riesiges Schild mit dem Namen und dem leicht deformierten Anker, dem Markenzeichen des Labels. Showroom, Atelier und Designschmiede befinden sich bodenständig im Hinterhaus. Beim Betreten fällt der Blick auf einen Ast mit Kleidungsstücken, die den Stil von Noé & Zoë zeigen: ein Sportbeutel, weiß mit unregelmäßigen blauen Streifen, ein weißes Hängerchen mit blauen Sternen, aus den gleichen Mustern ein Babyschlafsack und Mäntel. An der Wand hängen Leggings in neonorange. Frech sieht das aus, Berliner Görenlook mit maritimem Einschlag. „Mit Neon identifizieren uns die Leute“, erzählt Inhaberin Nici Zinell. Die 42-jährige Modedesignerin gründete Noé & Zoë mit ihrer Freundin, die sie in Südfrankreich beim Film kennengelernt hatte. Seit Dezember führt die vierfache Mutter die Firma allein. Die Freundinnen arbeiteten als Kostümbildnerinnen und wollten eigentlich nur ein Kindermodengeschäft eröffnen. Doch dann wurden sie gleichzeitig schwanger und mit ihren Kindern wurde der Wunsch nach eigenen Kreationen und zugleich ein Name für das Label geboren.

„Anfangs machten wir Verkleidungssachen wie ein Cape mit Ohren oder einen Bart, eine Krone und Augenklappe“, sagt Nici Zinell, die weiterhin Filme und Serien ausstattet. Alle „Hanni und Nanni“-Kinofilme zum Beispiel oder die Krimiserie „Polizeiruf“. Sie mag es, eigensinnige Mode ohne Rücksicht auf Trends zu entwerfen. Auch ist ihre Mode eine Hommage an ihre Jugend in den Achtzigern im Zeichen von Pop und Neon. Es gibt pro Jahr zwei Kollektionen.

Produziert wird die Mode für Kids zwischen null und sechs in Polen, verkauft wird über den Webshop und neunzig Einzelhändler in Deutschland, den USA, Australien, Südkorea und Japan. Inspiration findet die Designerin in Berlin und anderswo: „Bei meinen Kindern, im Netz, auf Messen“.