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Wie Jüngere den Älteren am besten das Internet erklären

Für Jüngere ist das Internet längst selbstverständlicher Begleiter.

Surfen, E-Mails schreiben, skypen: So lassen sich kostengünstig Informationen beschaffen und Kontakte halten. Für Ältere ist das allerdings häufig nicht so einfach. Wer Eltern oder Großeltern beim Einstieg helfen will, braucht ein wenig Geduld – die sich aber schnell auszahlt.

Nur ein Drittel der Menschen in Deutschland, die älter als 65 Jahre sind, gehen nach Angaben des IT-Verbands Bitkom regelmäßig ins Netz. Bei den Jüngeren zwischen 18 und 29 sind es fast 100 Prozent. Mangelnde Erfahrung mit Computern ist eins der größten Hindernisse für die Offliner, hat die Initiative D21 herausgefunden. Viele Ältere sehen für sich auch gar keinen Nutzen darin, ins Netz zu gehen. Andere Umfrageteilnehmer würde das Surfen vielleicht ausprobieren, haben aber niemanden, der es ihnen erklärt.

Ein wichtiger Tipp für die Einführung ins Netz ist es, ältere Menschen Maus und Tastatur bedienen zu lassen. Dann können sie das Tempo selbst bestimmen. „Wir sind alt, aber nicht dumm“, sagt Volker Großmann vom Seniorenclub Neumünster. Am liebsten hätten es die Senioren, wenn ihnen das Internet mit klaren Regeln wie in einem Kochrezept nahegebracht werde, so der Experte. Gut geeignet sei zum Beispiel eine detaillierte Anleitung, wie man den Computer einschaltet, sich ins Internet einwählt, eine Suche bei Google ausführt und sich dann wieder abmeldet.

Als zweite Regel gilt: Nicht zu viel auf einmal erklären. Wenn etwa Grundlagen wie das Kopieren von Text geübt werden, sollte man immer nach dem gleichen Schema vorgehen: Markieren, ins Menü „Bearbeiten“ gehen und „Kopieren“ auswählen. Wer da zwischendurch noch die Tastenkombination aus „Strg“ und „C“ erklärt, stiftet nur Verwirrung. „Das kann man später immer noch“, sagt Volker Großmann.

Auch auf klare Sprache müssen Jüngere achten, sagt Markus Hahner, Redaktionsleiter der Loseblattsammlung „PC-Wissen für Senioren“. So sollte man nicht in einem Satz die Begriffe „Bildschirm“, „Monitor“ und „Display“ verwenden, sondern immer „Bildschirm“ sagen. Andererseits gibt es englische Grundbegriffe wie „Desktop“ oder „Taskleiste“, die im Netz überlebensnotwendig sind. „Die muss man einführen, damit sich der Ältere auf dem Computer gut zurechtfindet“, sagt Hahner. Für ihn ist der wichtigste Tipp, den Senioren die Angst zu nehmen, etwa mit: „Zur Not wird eben das Betriebssystem neu installiert. Aber sonst kann ja nichts passieren.“ Und natürlich sollten sich Computernutzer, die Eltern oder Großeltern das Netz erklären, selbst gut damit auskennen. Profis können sogar ein Programm zur Fernwartung, auch Remote-Desktop-Tools genannt, auf Omas oder Opas Rechner installieren. Damit kann man bei Problemen direkt auf den streikenden PC zugreifen. Das ist in der Regel einfacher als die Ferndiagnose am Telefon.

Der PC für den Start ins Netz muss nicht unbedingt ein ganz neues Gerät sein, sagt Volker Großmann. Allerdings sollte die Software auf dem neuesten Stand sein. Gut für ältere Netz-Anfänger sei außerdem ein mindestens 22 Zoll großer Monitor.