Kinder Kinder

Aufgeschnappt und Aufgeschrieben

Montag, 19.30 Uhr, auf einer Straße in Britz

Nach dem Martinsumzug werden Weckmänner mit Pfeifen verteilt. Die große Schwester (9) fragt: „Warum heißen die eigentlich Beckmann?“ Die Kleine (5) antwortet mit dem Mund voll Gebäck: „Der heißt doch gar nicht Beckmann, sondern Weckmann – natürlich weil er so schnell weggegessen ist.“ Nicole Dolif

Mittwoch, 8.45 Uhr, in einem Auto in Kreuzberg

Die Tochter, knapp fünf Jahre alt, unterhält sich mit ihrer Mutter. „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe?“, fragt die Mutter und fügt gleich hinzu: „Bis zum Himmel habe ich dich lieb.“ Die kleine Friederike, lächelnd: „Und ich hab dich bis zum Weltall lieb.“ Darauf die Mutter: „Und ich hab dich bis zum Universum lieb.“ Friederike, trocken: „Das ist doch dasselbe!“ Sabine Menkens

Donnerstag, 11 Uhr, in einer Bankfiliale in Friedenau

Eine Gruppe Grundschüler steht mit dem Lehrer und einem Bankangestellten im Foyer vor dem Geldautomaten. Offenbar findet gerade Anschauungsunterricht zum Thema Finanzen statt. Wortreich erklärt der Bankberater, dass eine Bank das Geld für die Menschen verwahrt, dass es sich dort vermehrt und wie die Menschen das Geld zurückbekommen können. Der Lehrer schaltet sich ein. „Wo ist Geld besonders sicher aufgehoben?“, fragt er seine Schüler. Die überlegen. „Hmmm, unterm Kopfkissen?“, sagt ein Mädchen. „Im Strumpf!“, ruft ein Junge. Der Bankberater atmet hörbar ein und aus und beginnt aufs Neue, den Nutzen einer Bank zu erklären. Und stellt erneut die Frage: „Wo ist das Geld sicher aufgehoben?“ Darauf eine leise, aber bestimmte Stimme aus der Gruppe: „Na, im Strumpf!“ Beatrix Fricke

Sonnabend, 14 Uhr, auf dem Alexanderplatz

Der Vater steht mit seinem ungefähr zehnjährigen Sohn vor einer Pommesbude am Alex. Sohn, fröhlich: „Papa, kann ich ’ne Pommes?“ Vater: „Ja.“ Sohn, schon lauter: „Und ’ne Cola?“ Vater: „Ja.“ Sohn, fordernd: „Und hinterher ’n Eis?“ Vater: „Nee.“ Sohn, quengelig: „Wieso?“ Vater: „Weil die Gedanken und Wünsche frei sind, aber hier am Ende mein Wille geschieht.“

Diesmal aufgeschnappt von Philip Cassier, Nicole Dolif, Beatrix Fricke und Sabine Menkens. Haben auch Sie eine lustige Begebenheit mit Kindern erlebt? Dann schreiben Sie an familie@morgenpost.de