Geldtipp

Kostenfallen beim Kauf einer Eigentumswohnung beachten

Von den eigenen vier Wänden träumen viele Menschen – gerade auch Familien.

Doch Achtung: Wer eine Eigentumswohnung kauft, sollte sich im Vorfeld gründlich über die Kosten informieren, betont die Notarkammer Berlin. Der Käufer muss nicht nur den Kaufpreis, Notar- und Gerichtskosten sowie die Grunderwerbssteuer zahlen. Zudem erwirbt er einen Anteil am Gemeinschaftseigentum. Für diese Flächen müssen monatlich Hausgeld und Instandhaltungsrücklagen gezahlt werden. Die Höhe der Beträge wird in der Wohnungseigentümergemeinschaft beschlossen.

Kaufinteressenten einer Immobilie sollten sich die Beschlusssammlung der Eigentümerversammlungen vorlegen lassen. Hierfür ist eine Ermächtigung des Wohnungseigentümers nötig (§ 24 Abs. 7 WEG). Die Beschlusssammlung gibt Aufschluss über alle in der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) gefassten Beschlüsse und somit auch über die Vereinbarung zur Höhe des Hausgeldes und der Instandhaltungsrücklagen. Aus der Beschlusssammlung kann der potenzielle Käufer auch entnehmen, ob es bereits Sonderumlagen für besonders aufwendige Renovierungen gab. Der Käufer sollte auch die Teilungserklärung prüfen, damit er weiß, welche Gebäudeteile und Grundstücksflächen als Sondereigentum des Besitzers gelten und was als Gemeinschaftseigentum genutzt wird. Die Teilungserklärung bildet die Grundlage zur Berechnung des Hausgelds.

Stellt der Kaufinteressent fest, dass der Vorbesitzer mit der Hausgeldzahlung in Verzug geraten ist, so muss er als neuer Besitzer nicht für den Rückstand haften. Die Beitragspflicht beginnt mit der Eintragung des Erwerbers ins Grundbuch. Es haften nur die Eigentümer, die zum Zeitpunkt des alten Wirtschaftsplanes eingetragen waren. Ein potenzieller Käufer muss jedoch für die sogenannte Abrechnungsspitze aufkommen. Das heißt, er muss nachzahlen, wenn die Jahresabrechnung nicht mit dem alten Wirtschaftsplan übereinstimmt, auch wenn er damals kein Eigentümer war. Gleiches gilt für Sonderumlagen: Wird eine Sonderumlage vor dem Eigentümerwechsel beschlossen, aber erst nach dem Grundbucheintrag des neuen Eigners fällig, schuldet dieser der Gemeinschaft Zusatzkosten.