So aufgeregt wie ihre Schüler

„Wir machen Aktionen zum Kennenlernen, da gibt es viel Überraschendes“

Lehrer sind am ersten Tag nach den großen Ferien genauso wie ihre Schüler.

Alle Kollegen reden durcheinander und erzählen von ihren Ferien. Für mich war es ein ganz besonderer Tag, denn zum ersten Mal habe ich eine eigene siebente Klasse als Klassenlehrer übernommen. Gemeinsam mit einem Kollegen im Team werde ich die Siebtklässler vier Jahre lang begleiten. Ich glaube, ich war nicht weniger aufgeregt als die Kinder.

Um 10 Uhr haben sich alle auf dem Schulhof versammelt und wir haben unsere Klasse dort abgeholt. Einige wurden von ihren Eltern begleitet. Der Wechsel von der behüteten Grundschule an die Sekundarschule ist ja auch für die Eltern ein großer Schritt. Dann steht man plötzlich vor 26 Kindern im Klassenraum und alle sehen einen an mit diesem Blick: „Und was kommt jetzt?“.

Wir machen in den ersten zwei Wochen mit den neuen siebenten Klassen keinen regulären Unterricht, sondern Aktionen zum Kennenlernen. Am ersten Tag gab es einen Fragenkatalog, mit dem die Schüler herausfinden sollten, mit welchen Mitschülern sie Gemeinsamkeiten haben. Zum Beispiel: Wer hat wie ich einen großen Bruder?

Wenn sich die Kinder vorstellen, gibt es schon die ersten Überraschungen. Ein ganz Ruhiger beispielsweise erzählte, dass er Kick-Boxen in seiner Freizeit macht. Ein anderer programmiert schon selbst am Computer. Ganz wichtig am ersten Tag ist das Klassenfoto. Für die Lehrer und Schüler lassen sich so die Namen besser einprägen.

Die Schüler bekommen am ersten Tag außerdem ihr Logbuch und dazu gibt es noch eine ganze Menge zu erklären. An unserer Schule lernen die Kinder nach einem eigenen Plan und tragen ihre Fortschritte in das Logbuch ein. Der Lehrer kann so sehen, ob die Schüler ein Fach vernachlässigen oder wo sie nicht weiter kommen.

Ich hoffe sehr, dass ich es schaffe, zu den Schülern eine enge Beziehung aufzubauen, denn mit meinen Fächern Spanisch und Ethik bin ich nicht sehr oft in der Klasse.