So aufgeregt wie ihre Schüler

„Die Kinder sollen mit Freude lernen“

Am ersten Schultag hatte ich Frühaufsicht und bin deshalb gleich mit den Kindern ins Gespräch gekommen: Sie wollten mir erzählen, wie ihre Ferien gelaufen sind.

Im Unterricht war es dann umgekehrt. Meine Sechstklässler wussten, dass ich in Ägypten war und wollten wissen, wie es war. Ich hatte jedem Kind einen kleinen Skarabäus mitgebracht. Schon vor den Ferien hatten wir uns mit der Welt der Pharaonen befasst und das hat den Kindern sehr gut gefallen – das alte Ägypten fasziniert immer.

Für die Schüler hatte ich ein Heft mit konkreten Fragen vorbereitet. Darin sollten sie ihre schönsten Ferienerlebnisse notieren, einen besonderen Ort, einen besonderen Gegenstand, was ihnen gar nicht gefallen hat und was sie sich für das Schuljahr wünschen. Zu diesen Fragen sollten sich die Kinder Gedanken machen und jeweils ein paar Sätze aufschreiben. Außerdem haben wir am Montag drei Geburtstage nachgeholt, die in den Ferien waren, denn Geburtstage feiern wir in unserer Klasse immer sehr ausgiebig – mit Spielen.

In dieser Woche galt bei uns an der Schule ein provisorischer Stundenplan. Das lag an den vielen Unwegsamkeiten. Die Kollegen, die für die Pläne zuständig sind, wussten zunächst nicht, wie viele Lehrer tatsächlich am ersten Schultag anwesend sein würden: Einige Kollegen sind in Pension gegangen oder langfristig erkrankt. Deshalb haben wir in den ersten Tagen Klassenlehrer-Unterricht gemacht. Wegen der Integrationskinder an der Schule sind unseren Klassen oft zwei Lehrer zugeordnet.

Ich bin Klassenlehrerin einer sechsten Klasse und es wird wohl die letzte sein, die ich als Klassenlehrerin betreue. Insofern freue ich mich – so habe ich es auch den Kindern gesagt – auf fleißige Schüler. Und ich freue mich auf einige Projekte mit ihnen. Eines dreht sich um ein Lieblingsbuch von mir, Klaus Kordons „Flaschenpost“. Außerdem gibt es eine große Rom-Einheit, bei der der Roman „Caius ist ein Dummkopf“ eine wichtige Rolle spielen wird. In Englisch planen wir ein Robin-Hood-Projekt.

Wichtig ist mir, dass die Kinder mit Freude lernen und sie auch verstehen, warum wir manche Dinge so gründlich durchnehmen. Über die persönliche Bindung erreicht man die Kinder und wenn sie gerne lernen, dann schöpfe ich daraus positive Energie.