So aufgeregt wie ihre Schüler

„Ich bringe als neue Leiterin unserer Grundschule viele Visionen mit“

Zum ersten Mal seit acht Jahren hatte ich einen kurzen Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Meine neue Schule, die Grundschule am Buntzelberg, ist ganz in der Nähe meiner Wohnung, vorher musste ich von Treptow bis nach Mitte fahren.

Am ersten Schultag stand ich um 7.30 Uhr im Foyer der Schule in Bohnsdorf, um alle Schüler, Lehrer und Eltern persönlich zu begrüßen. Die Lehrer hatte ich zwar schon am Freitag zuvor getroffen, doch die meisten anderen kannten mein Gesicht noch nicht. Viele Kinder und Eltern grüßten höflich zurück, wussten aber gar nicht, wer ich war. Erst nachdem sie ihre Kinder im Klassenraum abgegeben hatten, kamen einige auf mich zu und fragten, ob ich denn die neue Schulleiterin sei. Die meisten wussten ja, dass ein Wechsel anstand. Aufregend ist so ein erster Tag immer. Erst mal ist alles anders und neu eben. Ich bringe ja neue Visionen und Vorgehensweisen mit. Allerdings versuche ich auch vieles aufzugreifen, was meine Vorgängerin eingeführt hat. Schließlich sollen die Kollegen wissen, dass ich ihre Arbeit ernst nehme.

Nach der Begrüßung habe ich mich in die Verwaltungsarbeit gestürzt: Post gelesen und Gespräche mit den Lehrern und dem Hausmeister geführt. Zwischendurch kamen Eltern, die ihre Kinder noch am ersten Schultag spontan an der Schule angemeldet hatten. Und dann war noch der Kauf eines Kühlschranks zu organisieren. Wir bekommen eine neue Lehrküche für die Schüler. Am 6. September soll sie eingeweiht werden. Zur Einschulungsfeier bereiten die Eltern dort schon mal einen kleinen Imbiss vor. Überhaupt bin ich beeindruckt, wie engagiert die die Eltern hier sind. Ich freue mich auf die Ideen, das kommt meiner Kreativität entgegen.

In der fünften Stunde gab es noch eine Teamsitzung mit den Lehrern, um die erste Woche zu besprechen. Alle Schüler sollen an verschiedenen Stationen Methoden trainieren, zum Beispiel wie man mit dem Wörterbuch umgeht oder einen Sachtext liest. Und dann besuchte mich die ehemalige Schulleiterin und übergab mir alle Stempel, Schlüssel und Passwörter. Bis 16 Uhr haben wir über meine ersten Eindrücke geschwatzt.