So aufgeregt wie ihre Schüler

„Gespannt darauf, alle wiederzusehen“

In diesem Schuljahr weiß ich ziemlich genau, was mich erwartet.

Die Schüler meiner Klasse, der jetzigen 9a, kenne ich seit drei Jahren, so lange bin ich schon ihre Klassenlehrerin. Wir sind ein eingespieltes Team, die Regeln stehen fest. Trotzdem habe ich in der Nacht vor dem ersten Schultag kaum geschlafen. Da ging es mir wie vielen meiner Schüler, ich war aufgeregt und gespannt darauf, alle wiederzusehen.

Am Montag bin ich um 5.45 Uhr aufgestanden. Eine Stunde später haben mich zwei Kolleginnen mit dem Auto abgeholt. Gemeinsam sind wir bis zum Parkplatz am Tegeler See gefahren. Um kurz vor acht haben wir die Fähre rüber zur Insel Scharfenberg genommen, wo unsere Schule liegt. Ich fahre meist zusammen mit diesen Kolleginnen zur Schule. Wir sind eine lustige Fuhre, unser Auto haben wir das „Spaßmobil“ getauft.

Die ersten beiden Stunden war ich in meiner Klasse. Wir haben vor allem Organisatorisches geregelt – Ämter festgelegt, Klassensprecher gewählt, den Stundenplan besprochen. Meine Schüler, fünf Jungs und 27 Mädchen, haben viel geredet, jeder musste von seinen Ferienerlebnissen berichten. Es war ganz schön wuselig. Und heiß. Alle waren braun gebrannt und sommerlich angezogen. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch im Urlaub bin. Ein Thema waren meine Haare, die sind jetzt noch kürzer als im vergangenen Schuljahr.

In der Pause musste ich dann eine meiner Schülerinnen trösten. Fine war traurig, dass die Austauschschüler aus Mexiko nicht mehr da sind, mit denen sie sich angefreundet hatte. Ich habe ihr gesagt, dass es schön ist, überall auf der Welt Freunde zu haben, die man besuchen kann. Andere haben sich gefreut, dass wieder Schule ist. Christine zum Beispiel. Sie meinte, dass sie sich gelangweilt hat in den Ferien und froh ist, dass nun endlich wieder jeden Tag etwas passiert.

Nachmittags kamen die neuen Siebtklässler auf die Insel. Das war spannend. Zusammen mit meiner Klasse habe ich die Neuen beguckt. Wir haben gestaunt, wie klein die noch sind. Es gab auch Gejohle, weil einige meine Schüler Geschwister in der Siebten haben. Bis 15.50 Uhr habe ich unterrichtet. Zwei Stunden Englisch und zwei Stunden Deutsch in meiner Klasse, weitere zwei Stunden in meinem Leistungskurs Deutsch. Am Ende war ich ganz schön geschafft.