Kinder Kinder

Aufgeschnappt und aufgeschrieben

Montag, 7 Uhr, in einer Wohnung in Charlottenburg

Die Elfjährige steht vor dem Spiegel und bürstet sich die Haare. Der jüngere Bruder guckt interessiert zu, dann fragt er: „Machst du jetzt wieder einen Pferdepo?“ Seine Schwester starrt ihn an und fragt entgeistert: „Einen WAS?“ Der Neunjährige, etwas eingeschüchtert: „Oder wie heißt das, wenn du die Haare in einen Zopf machst?“

Dienstag, 16 Uhr, vor einem Supermarkt in Neukölln

Die Mutter läuft mit ihrer achtjährigen Tochter die Straße entlang. Sie sagt zu dem Mädchen: „So, jetzt gehen wir noch ganz schnell in den Supermarkt was einkaufen.“ Das Mädchen (stöhnt ge-nervt): „O man, in welchen denn?“ Die Mutter: „In den Reichelt.“ Das Mädchen bleibt ruckartig stehen und sieht die Mutter an: „Was“, sagt sie, „Reichelt? Ist das nicht nur für Reiche?“

Mittwoch, 14 Uhr, an einem Gartentor in Potsdam

Die Fünfjährige schwingt ohne Pause auf dem Gartentor vor und zurück. Das Tor klappt auf und zu. Die Mutter ist langsam genervt. „Lass das Tor zu“, ermahnt sie ihre Tochter. „Warum?“, fragt das Mädchen und schaukelt weiter. Die Mutter: „Weil der Hund sonst gleich wegläuft.“ Das Mädchen klappt trotzdem weiter das Tor auf und zu. Die Mutter (langsam etwas sauer): „Hör jetzt mal auf, das reicht.“ Darauf das Mädchen: „Meine Güte, der Garten muss doch auch mal gelüftet werden.“

Freitag, 15 Uhr, auf einem Spielplatz in Schöneberg

Der Achtjährige hat bis eben wie verrückt getobt, nun sitzt er mit rotem Gesicht neben seiner Mutter auf der Bank und trinkt Apfelschorle. Die Mutter streicht ihm liebevoll über die verschwitzten Haare. Der Junge schaut sie an und fragt ein bisschen unvermittelt: „Sag mal, woher kommt eigentlich das Wort Mama?“ Die Mutter sieht ein bisschen ratlos aus und sucht fieberhaft nach einer Erklärung: „Na ja….also das ist so…. hmmm.“ Der Junge: „Ist ja auch egal. Aber auf jeden Fall muss der Erfinder des Wortes reich und berühmt sein.“

Sonntag, 14.30 Uhr, auf einem Reiterhof in Britz

Ein fünfjähriges Mädchen ist auf dem Reiterhof. Sie darf ein paar Runden reiten. Nach einigen Runden rutscht sie erschöpft vom Pferd. Eine Dame, die am Zaun zugeschaut hat, fragt das Mädchen: „Na, hat es Spaß gemacht?“ Das Mädchen: „Sprich lieber nicht von Spaß, Tante. Ich hätte jedenfalls nie gedacht, dass ein Tier, das mit Heu gefüllt ist, so hart und unbequem sein kann.“

Sonntag, 9 Uhr, auf dem Weg zu einer Bäckerei in Buckow

Eine Frau geht mit einem etwa fünfjährigen Mädchen zum Bäcker, um Brötchen für das Frühstück zu holen. Das Mädchen hopst munter neben der Frau her und plappert vor sich hin. Plötzlich sagt es: „Sag mal, was ist eigentlich Wind?“ Die Frau: „Das ist Luft, die sich bewegt.“ Das Mädchen denkt einen Moment nach, dann sagt es: „Und was ist dann ein Sturm?“ Doch noch bevor die Frau der Kleinen antworten kann, sagt das Mädchen schon selbst: „Ach, ich weiß es schon: Das ist Wind, der es besonders eilig hat.“

Diesmal aufgeschnappt und aufgeschrieben von Beatrix Fricke, Christa Hüther, Anette Nayhauß und Erika Posehn. Haben auch Sie eine lustige oder denkwürdige Begebenheit mit Kindern erlebt? Dann schreiben sie an familie@morgenpost.de