Kinder Kinder

Aufgeschnappt und aufgeschrieben

Sonnabend, 15 Uhr, an einem Gehege im Frankfurter Zoo

Eine Familie mit fünfjähriger Tochter macht einen Ausflug in den Zoo. Ein Elefant hat es dem Mädchen besonders angetan – bisher kannte sie ihn nur von Kindersendungen im Fernsehen – und sie sagt ganz aufgeregt: „Sieh mal Mami, eine Ölefant!“ Die Mutter: „Mein Schatz, das ist ein Elefant.“ Das Mädchen: „Aber Mami, er sieht aus wie ein Ölefant!“

Sonntag, 11 Uhr, ein Spielplatz in Prenzlauer Berg

Zwei kleine Mädchen, etwa vier Jahre alt, sitzen zusammen auf der Schaukel. Sie schaukeln leicht hin und her und unterhalten sich dabei. Dann geht ein hochschwangere Frau an ihnen vorbei. Daraufhin die eine zur anderen: „Wenn die Babys noch so klein sind, müssen die Mütter sie im Bauch haben. Sonst werden die ja sofort geklaut."

Montag, 10 Uhr, eine Kita in Kreuzberg

Die Kinder unterhalten sich mit ihrer Erzieherin über Wochentage, Monate und das Datum. Plötzlich sagt ein sechsjähriger Junge nachdenklich: „Eigentlich komisch. Ich bin am 17. November geboren, genau an meinem Geburtstag.“

Dienstag, 19 Uhr, ein Abendbrottisch in Schöneberg

Mutter, Vater und die fünfjährige Tochter sitzen am Tisch und essen Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Plötzlich sagt die Mutter zu ihrer Tochter: „Wir wollten dir eigentlich noch was sagen.“ Das Mädchen (kauend): „Hmmm....Was denn?“ Die Mutter: „Du bekommst ein Schwesterchen.“ Die Kleine: „Ah…ein echtes Baby?“ Die Mutter (irritiert): „Ja, natürlich ein echtes Baby.“ Das Mädchen nickt: „Schön. Aber bitte nicht morgen, da bin ich ja zum Geburtstag eingeladen.“

Mittwoch, 18.30 Uhr, eine Küche in Kreuzberg

Die Eltern unterhalten sich über den Baum, der in dieser Woche in Kreuzberg überraschend auf ein Auto gestürzt ist. „Ich habe gelesen, dass die Wurzeln des Baumes vielleicht verschimmelt waren und der Baum deshalb nicht mehr genug Halt im Boden hatte“, sagt die Mutter zum Vater. „Also war der Baum tot und ist deshalb umgefallen?“, mischt sich die Fünfjährige ein. „Das wäre dann ja wie bei uns Menschen: Wenn wir uns ein bisschen tot fühlen, fallen wir auch einfach um.“

Donnerstag, 16 Uhr, in der U7 Richtung Rathaus Spandau

Eine Mutter sitzt mit ihrem etwa fünfjährigen Sohn und einem Baby auf dem Schoß in der Bahn. Gegenüber sitzt eine ältere Frau. Sie beginnt ein Gespräch mit dem Jungen: „Wie alt ist denn dein Brüderchen?“ Der Junge: „Noch nicht mal eins.“ Dann fügt er ein bisschen stolz hinzu: „Aber er ist schon abgestillt. Jetzt muss er nur noch abgeflascht werden.“

Freitag, 15 Uhr, eine Kinderarztpraxis in Wilmersdorf

Die Kinderärztin hört die furchtbar erkältete Vierjährige ganz genau ab. „Atme mal ganz tief“, sagt sie zu dem Mädchen. „Die Kleine gehorcht – muss aber gleich fürchterlich husten. Die Ärztin wendet sich der wartenden Mutter zu: „Sie sollte auf jeden Fall Hustensaft zum Lösen nehmen. Sonst setzt sich das alles ganz fest.“ Die Mutter nickt. Aber die Kleine ruft empört: „Wieso denn Hustensaft? Ich kann doch auch ohne den ganz doll husten.“

Diesmal aufgeschnappt von Ursula Beckert, Nicole Dolif und Beatrix Fricke.

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