Selbstständigkeit

Aus einem Nachhilfeschüler wurden viele

Nicola Scherr (44), zwei Kinder (5 und 8), Chefin der "Lernoase" in Mariendorf

Meine Selbstständigkeit war ein schleichender Prozess. Zuerst habe ich einen Schüler unterrichtet, zu Hause, im Arbeitszimmer. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Dann wurde zum Glück die Einliegerwohnung unten im Haus frei. Ich mietete sie und baute sie zur Praxis um. Ich bin Diplom-Pädagogin und habe zuerst in der Jugendhilfe als Lehrerin gearbeitet, mindestens 50 Stunden in der Woche. Da war klar, dass ich das als Mutter nicht weitermachen kann. Als mein erstes Kind da war, habe ich in der Elternzeit eine Ausbildung zur Lerntherapeutin gemacht, mit dem Ziel, mich danach selbstständig zu machen. Inzwischen bin ich sechs Tage in der Woche in der Praxis. Zum Glück konnte mein Mann seine Arbeitszeit auf 36 Stunden reduzieren, so dass er sich viel um die Kinder kümmert. Nach dem zweiten Kind ist er drei Jahre in Elternzeit gegangen. Ich profitiere von dem Netzwerk, denn meine Werbung ist zu 90 Prozent Mundpropaganda. Wer mich kennt, empfiehlt mich weiter.