Geldtipp

Elterngeldbezug muss noch frühzeitiger geplant werden

Der Gesetzgeber hat neue Regeln für die Berechnung von Elterngeld aufgestellt.

Für Paare, die ab 2013 Nachwuchs bekommen, bedeutet das weniger Geld vom Staat. Gegensteuern können Eltern weiterhin durch einen Wechsel der Steuerklasse. Denn maßgeblich ist der Nettoverdienst. In der "teuren" Steuerklasse I werden Bürgern vorab mehr Steuern abgezogen als in Steuerklasse III - das wirkt sich auf das Netto und so auch auf die Höhe des Elterngeldes aus.

Jedoch bringt auch dieser legale Steuertrick nicht mehr so viel wie bisher. Zudem muss der Wechsel bereits mindestens sieben Monate vor der Geburt erledigt sein. Paaren bleibt daher nur, so früh wie möglich zu planen, wer Elterngeld bezieht - und damit auch zuhause bleibt.

Bisher wird für die Berechnung der Höhe des Elterngeldes auf das tatsächliche Nettoeinkommen der vergangenen zwölf Monate geschaut. Dabei gilt, was auf der Lohnabrechnung steht. Grob gesagt 65 Prozent des Mittelwertes beträgt das Elterngeld. Für Kinder, die ab 2013 geboren werden, gilt das jedoch nicht mehr. Dann gilt ein fiktiver Nettoverdienst. Dafür werden vom Bruttoverdienst Pauschalsätze für Kranken-, Pflege-, Renten und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Der auf diesem Wege berechnete Betrag ist aber geringer als das tatsächliche Einkommen. Damit schrumpft auch das Elterngeld. Auch Freibeträge, beispielsweise für höhere Werbungskosten, werden künftig nicht mehr berücksichtigt. Wer also hohe Fahrtkosten im Vorhinein auf seiner Lohnsteuerkarte eingetragen hat, muss mit einem höheren Minus beim Elterngeld rechnen.

Hinter der neuen Methode soll eine Vereinfachung und damit Beschleunigung des Verfahrens stecken. Merken werden es Bürger wahrscheinlich vor allem daran, dass weniger Geld in ihrem Portemonnaie ankommt. Ein Manko hat der Steuerklassenwechsel jedoch: Das gemeinsame Nettogehalt der Eheleute sinkt bis zur Geburt des Kindes deutlich. Die zu viel bezahlten Steuern erhalten sie zwar bei Abgabe der Steuererklärung bei Zusammenveranlagung zurück - doch bis zur Geburt kann zunächst eine finanzielle Durststrecke herrschen.