Geldtipp

Ehrenamtliche Nebenjobber profitieren von Freibeträgen

Jeder achte Deutsche übt eine nebenberufliche Tätigkeit aus, unter den 60-Jährigen ist es sogar jeder Sechste.

Das hat eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank ermittelt. Die meisten treibt das Interesse oder die Freude an der Sache, doch spielt auch die Möglichkeit des Hinzuverdienstes eine Rolle. Wer sich im sozialen Bereich engagiert, etwa im Handballverein des Sohnes oder in der Kirchengemeinde der Familie, kann dabei auch steuerlich profitieren. Denn die Aufwandsentschädigungen für nebenberufliche Tätigkeiten sind bis zu bestimmten Höchstbeträgen steuerfrei.

Wer zum Beispiel als Trainer, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer tätig ist, kann von der so genannten Übungsleiterpauschale profitieren. Bis zu 2100 Euro jährlich sind steuerfrei. Auch Lehrer etwa an einer Volkshochschule oder Gruppenleiter in einem Feriencamp profitieren von der Übungsleiterpauschale. Voraussetzung ist, dass der Nebenjob pädagogisch oder lehrend geprägt ist. Seit 2011 können zudem ehrenamtliche rechtliche Betreuer, Vormünder und Pflegschaften den Freibetrag nutzen. Neben der Steuerfreiheit gilt auch die Befreiung von der Sozialversicherungspflicht. Darüber hinaus können Werbungskosten im Zusammenhang mit dem Nebenjob geltend gemacht werden. 2100 Euro berücksichtigt das Finanzamt pauschal. Wer mehr Werbungskosten in Abzug bringen möchte, muss Belege über die gesamte Höhe beim Fiskus vorlegen.

Auch wer einen Nebenjob im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich ausübt, ohne lehrend oder pädagogisch tätig zu sein, kann steuerfrei hinzuverdienen. Dabei ist ein Betrag von 500 Euro pro Jahr die Obergrenze. Diese Regelung gilt etwa für Jobs als Kassenwart im Verein oder als Betreuerin eines Gemeindecafés. Dieser Freibetrag kann aber, so die Experten der Postbank, nicht mit der Übungsleiterpauschale oder einer Aufwandsentschädigung aus öffentlichen Kassen kombiniert werden.