Kinder Kinder

Aufgeschnappt und aufgeschrieben

Montag, 11 Uhr, Krankenhaus Westend, Kinderstation

Vormittags kommt der Kinderunterhalter Matthias mit Bastelsachen vorbei, es entspinnt sich eine Unterhaltung:

„Warst Du schon mal Clown?“ fragt die Zehnjährige.

Matthias versteht sie falsch, denkt, sie meint „klauen“ und fragt verwundert: „Wie kommst du darauf?“

„Na, weil du rote Haare hast!“ kontert das Mädchen.

Dienstag, 5.30 Uhr, in einem Schlafzimmer in Neukölln

„Mama“, ruft die Vierjährige, „kann ich zu dir ins Bett?“ Die Mutter wirft einen Blick auf die Uhr und murmelt dann verschlafen: „Ja, klar.“ Darauf erst Getrappel von nackten Füßen auf Holzboden, dann schiebt sich ein kleines Mädchen mit ins Bett. „Was war denn?“, fragt die Mutter schlaftrunken ihre Tochter, die sich glücklich an sie kuschelt. „Ich hatte einen Albtraum“, sagt die Kleine sehr ernst. Darauf die Mutter: „Oh je, das ist ja schrecklich. Was hast du denn geträumt?“ Das Mädchen atmet schwer, dann sagt es: „Ich habe geträumt, dass meine Schwester das ganze Schokoladeneis gegessen hat und für mich nur noch Walnuss übrig war.“

Mittwoch, 7 Uhr, in einer Küche in Schöneberg

Eine Mutter sitzt mit ihren beiden Töchtern (vier und acht) am Frühstückstisch. Die kleine Tochter feiert Halloween in der Kita, bei der großen hat die Klasse abgestimmt und sich dagegen entschieden. Die Mutter und das große Mädchen sehen noch ziemlich verschlafen aus, das kleine Mädchen dreht sich dafür begeistert in ihrem langen Hexenkleid und lässt sich von ihrer Mutter bleich schminken. Die ältere Schwester beobachtet die Szene gewollt gelangweilt – und auch ein kleines bisschen eifersüchtig. Dann sagt sie: „Du bist gar keine richtige Hexe.“ Die Kleine zieht eine Schnute, die Große piesackt weiter: „Eigentlich siehst du eher aus wie ein Vampir.“ Dann reicht es der Vierjährigen. Sie dreht sich blitzschnell zu ihrer Schwester um, guckt unglaublich grimmig und faucht: „Pass bloß auf, sonst merkst du gleich mal, wie doll richtige Hexen beißen können.“

Donnerstag, 16 Uhr, in einem Schwimmbad in Kreuzberg

Eine Mutter steht mit ihrer etwa zehnjährigen Tochter im Duschraum. Das Mädchen pult mit dem Finger an einer Dichtungsfuge herum.

„Mama, was ist denn das?“, fragt das Mädchen. Die Mutter wirft einen schnellen Blick auf die Stelle und sagt dann: „Das ist eine Fuge aus Silikon. Die soll verhindern, dass da Wasser reinläuft und es schimmelt.“

Das Mädchen nachdenklich: „Und das machen sich manche Frauen in den Busen?“

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