Gastjahr

Tian Yu Shang (16), China

Tian Yu kann sich nicht erklären, warum so viele Deutsche sie gefragt haben, ob Chinesen Hunde und Affenhirne essen.

"Wie kommen sie bloß auf so etwas?", fragt sich die 16-Jährige. "Vielleicht gab es mal einen schlechten Film." Die Zehnklässlerin kocht gerne in ihrer Freizeit und in Deutschland hat sie noch mehr Spaß daran. "Die Lebensmittel hier sind frisch und ich muss mir keine Sorgen machen, dass sie verseucht sind." Auch dass das Leitungswasser trinkbar sei, habe sie sehr verwundert. Bei ihrer Gastfamilie fühlt sich Tian Yu wie zu Hause in Chang Zhou. Die Stadt hat ungefähr so viele Einwohner wie Berlin und liegt in der Provinz Jiang Su im Osten Chinas. "Ich bin schon fast einen Monat hier und habe kein bisschen Heimweh", sagt sie. Mithilfe des Vereins "AFS Interkulturelle Begegnungen" kam die Chinesin nach Berlin. Deutsch kann sie zu ihrem Bedauern noch nicht. "Am ersten Tag musste ich einen Chemie-Kurztest schreiben, aber ich habe keine einzige Aufgabe verstanden." Allerdings findet sie Deutsch gar nicht so schwer, da es eine feste Grammatik gebe. "Ich werde das in den übrigen neun Monaten schon lernen."