Geldtipp

Wann können Familien Kinderbetreuung absetzen?

Kosten für die Kinderbetreuung können nach landläufiger Meinung beim Finanzamt eingereicht werden und mindern die Steuerlast.

In diese Gewissheit platzte in dieser Woche eine Meldung vom Bundesfinanzhof aus München. Die oberste Institution für Steuerfragen hat einer Familie den steuerlichen Abzug der Kosten für die Tagesmutter gestrichen. Die Kinderbetreuungskosten könnten nicht geltend gemacht werden, wenn nur ein Elternteil erwerbstätig und der andere Teil schwanger ist. Denn eine Schwangerschaft stelle keine Krankheit im Sinne des Gesetzes dar. Um Kinderbetreuungskosten abzuziehen, müssten spezielle Voraussetzungen gegeben sein. Lebten beide Elternteile zusammen, dann müssen beide erwerbstätig sein oder sich in Ausbildung befinden. Auch bei einer mindestens drei Monate dauernden Krankheit oder Behinderung eines Elternteils seien Kosten abzugsfähig.

Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen. In ihrem Urteil beziehen sich die Richter auf die steuerliche Regelung, die zwischen 2006 und 2011 galt. Danach konnten von den Aufwendungen für die Betreuung eines Kindes zwei Drittel, aber maximal 4000 Euro pro Kind als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Und das nur, wenn die oben beschriebenen Voraussetzungen gelten. Seit diesem Jahr gilt eine neue Regelung. Nun können Kinderbetreuungskosten abgezogen werden, ohne dass persönliche Abzugsvoraussetzungen bei den Eltern vorliegen müssen.