Frauen

Schatz, erst ist der Hund dran!

Tiere als Kind-Ersatz, heimliches Ausmisten, Endlos-Telefonate mit der Mutter: Männer berichten über die Macken ihrer Frauen

- Wer hat eigentlich mehr Macken - sie oder er? Erst gab es das Buch "Alle Männer sind Freaks", jetzt ist die Retourkutsche erschienen: "Alle Frauen sind Freaks". Die Österreicherin Anja Egger hat 33 Geschichten zusammengetragen, in denen Männer von ihren ganz besonderen Begegnungen mit Frauen erzählen. Hier einige Auszüge:

"Du meine Güte! Ich Rabenmutter! Blacky muss doch auch noch was essen. Er hat doch sicher Hunger, oder, mein armes Schatzi-Watzi, hm?", säuselte Tamara und machte sich daran, Blacky zu bedienen. Er hatte eine Schüssel mit eingraviertem Namen und bekam kohlensäurefreies Wasser aus der Flasche zum sauteuren Bio-Hundefraß gereicht. "Leitungswasser will ich ihm nicht geben, wegen der Schwermetalle und dem vielen Kalk, weißt du?"

Martin (40) über Tamara (34)

Auch wenn wir uns anfangs immer nur für ein paar Stunden trafen, kam es dabei kein einziges Mal vor, dass ihr Handy nicht bimmelte und wieder mal ihre Mutter dran war.

Um zu fragen, wie es Liane so gehe, ob ihre Halsschmerzen denn schon besser seien, wie es mit der Arbeit so laufe, ob die neue Frisur ihren Vorstellungen entspreche, bla bla bla, was weiß ich, Kinkerlitzchen. Liane beantwortete alles mit Geduld und bis ins letzte Detail. "Ja, Schnuti, dies, ja, Schnuti, das..." Ja, richtig gelesen - sie nannte ihre Mutter Schnuti! SCHNUTI!"

Stefan (41) über Liane (39)

Manchmal zucke ich heute noch zusammen, wenn mein Handy klingelt und ihr Bild auf dem Display erscheint. Dann weiß ich, das wird jetzt wieder ein langes Gespräch - oder besser gesagt, ein langer Monolog ihrerseits, mit Inhalten, die mich nicht die Bohne interessieren. Aber ich will keinen Ärger, davon hatte ich mit ihr schon genug. Deshalb spiele ich mit und schenke ihr eben meine Aufmerksamkeit, jeden Tag aufs Neue, auch wenn's nervt und ich mir ihr Gelabere gar nicht mehr anhöre, sondern immer nur an den hoffentlich richtigen Stellen ein "Ja" oder "Hmh" einwerfe. Ist bis jetzt jedes Mal gut gegangen.

Hoffentlich flieg' ich nicht mal auf, wenn ich im falschen Moment etwas bejahe. Das könnte böse ausgehen, da ist mit Bianca nicht zu spaßen. Bis zu ihrem Anruf bin ich immer leicht angespannt. Erst wenn ich das tägliche Pflichtgespräch mit meiner Ex hinter mir habe, weiß ich: "Für heute hab ich frei."

Finn (19) über Bianca (19)

Was Katrin bei ihren Badezimmer-Sessions tat? Nun ja - anfangs dachte ich, sie würde sich das Gesicht mit diversen Cremes vollpappen oder sich die Beine rasieren. Was Mädels halt so tun! Als ich sie jedoch einmal - ich musste für kleine Jungs - vor dem Spiegel überraschte, blieb ich erstaunt in der Tür stehen. "Was zum Teufel tust du da?", lachte ich auf. Sie stand dicht vor dem Spiegel an den Waschtisch gelehnt und quetschte an ihrer Nase rum. "Mitesser. Die müssen raus!" Sie sah mich an. Mein lieber Schwan - wie sah die denn aus? Ihre sonst so zierliche Stupsnase war knallrot und geschwollen. "Mensch, Kati! Du tust dir doch weh!"

"Aber wo denn. Das macht voll Spaß!" Ich schüttelte missbilligend den Kopf. "Du spinnst ja, Liebling." "Gar nicht. Du hast auch total viele davon. Wollte ich dir schon immer mal ausquetschen! Lass mich mal schauen!" Sie kam mir mit ihren Fingern gefährlich nahe." "Nein! Kommt nicht infrage!", wehrte ich ängstlich ab und floh aus dem Bad.

Walter (31) über Katrin (28)

Dass es mit Irina als Partnerin nicht unkompliziert werden würde, war mir allerdings von Anfang an klar. Wenn sie über ihr Lieblingsthema - die Mode - fachsimpelte, dann war ihr alles andere egal. Dazu zählte mitunter auch meine Meinung. Kaum waren wir zusammen, startete sie ihre Mission, genannt "Rolfs Kleiderschrank". "Was ist denn hier los?", fragte ich erstaunt, als ich sie eines Tages in meinem Schlafzimmer vorfand, nahezu verdeckt von einem Riesenhaufen an Kleidungsstücken. Es waren meine Kleidungsstücke, die da herumlagen. Sie stand halb im Schrank und ein Teil nach dem anderen flog mir in hohem Bogen entgegen. "Ich durchforste deine Sachen. Sorry, Baby, aber das musste mal sein. Du hast da so viele modische Katastrophen angesammelt, das konnte ich mir nicht länger ansehen. Ein Verschnitt neben dem anderen."

Nino (34) über Irina (32)

Ich hatte vergessen, nach dem Büro noch in den Supermarkt zu fahren, obwohl Elvira mich am Morgen ausdrücklich darum gebeten hatte, Milch und natürlich Schokolade zu besorgen. Sie hatte ein längeres Management-Meeting, oder besser gesagt, eine Konferenz, wie man so etwas damals noch bezeichnete, und würde erst nach Ladenschlusszeit heimkommen. Erst zu spät kam ich drauf, dass ich den Einkauf schlichtweg vergessen hatte. Nämlich, als sie sich erschöpft auf die Couch legte und ich ihr eine Tafel süßes Glück bringen wollte, da ich schon merkte, dass sie ziemlich geladen war. Verdammter Mist, schoss es mir durch den Kopf, als ich die Schoko-Lade öffnete und mir nichts als gähnende Leere ins Auge sprang, das gibt Saures. Mit gebeugtem Haupt kehrte ich ins Wohnzimmer zurück und beichtete, nicht ohne vorher noch meinen treuherzigsten Hundeblick aufzusetzen. Leider ohne Erfolg. Selbst bei gedimmtem Licht konnte ich mit ansehen, wie Elviras Kopf sich langsam verfärbte, um mir schließlich in bedrohlichem Dunkelrot entgegenzuleuchten.

Norbert (56) über Elvira (51)

Zum Weiterlesen: Anja Egger: "Alle Frauen sind Freaks", Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,95 Euro.