Interview mit Anja Egger

"Das Wichtigste im Umgang mit Freaks ist der Humor"

Für ihr Buch "Alle Frauen sind Freaks" hat Anja Egger Feldstudien betrieben: Die 31-jährige Österreicherin wagte einen Blick in die Welt der weiblichen Macken und Abgründe. Über die liebenswerten und anstrengenden Seiten von Frauen sprach Annette Kuhn mit der Autorin.

Berliner Morgenpost:

Was nervt Männer am meisten an Frauen?

Anja Egger:

Männer sind vor allem genervt, wenn Frauen hysterisch und aufbrausend sind. Viele würden sich wünschen, dass Frauen auch mal cool bleiben. Und dann ist da noch das Problem mit dem Reden. Frauen wollen immer und über alles reden - und dann auch noch ihren Standpunkt durchdrücken.

Haben Männer das denn noch immer nicht gelernt, das Reden?

Sie gehen mit Problemen anders um. Wenn es ein Problem gibt, dann wollen sie es lösen und nicht darüber reden. Frauen aber wollen sich die Dinge oft einfach nur von der Seele reden und fühlen sich danach schon wieder besser.

Wann ist eine Frau ein Freak?

Das kommt auf die Außensicht an. Für den einen reichen da schon ungewöhnliche Essgewohnheiten. Eigentlich kann daher jeder zum Freak werden.

Geben Männer schnell auf, wenn sie an ihren Partnerinnen eine Macke entdecken?

Männer können sich leichter arrangieren. Wenn alles schön dahinplätschert, dann geben sich die meisten Männer damit zufrieden. Frauen sind da kritischer. Sie suchen immer nach einer Möglichkeit, etwas in der Beziehung und an ihrem Partner zu verbessern.

Was raten Sie Männern im Umgang mit weiblichen Freaks?

Das Wichtigste ist Humor. Man sollte sich nicht in die Macken verbeißen, sondern erst einmal versuchen, gemeinsam darüber zu lachen. Wenn das nicht reicht, sollte man Frauen direkt sagen, was einen stört. Sich einfach ohne Erklärung zurückzuziehen, geht nicht. Und Männer neigen dazu, neben einer impulsiven, aktiven Frau zu passiv zu sein. Sie sollten aber lieber dagegenhalten und eine Herausforderung sein.