Brandenburg

Präventionskampagne: Schütteln von Babys kann tödlich enden

In Brandenburg soll eine Kampagne Eltern darauf aufmerksam machen, wie gefährlich es für ein Baby ist, geschüttelt zu werden.

Zum Start der Präventions-Kampagne "Bitte nicht schütteln" befassten sich 65 Experten auf einer Tagung im Carl-Thiem-Klinikum mit den Gefahren beim Schütteln von Babys und Kleinkindern, wie die Abteilungsleiterin im brandenburgischen Gesundheitsamt, Gabriele Ellsäßer, sagte. Die Fachleute erörterten umfangreiche Hilfsmöglichkeiten.

Ab sofort gebe es nun für Eltern und Betreuer Informationen, erklärte die Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse, Susanne Hetzer. Auf der Internetseite www.bitte-nicht-schuetteln.de werden die wichtigsten Tipps für das richtige Verhalten für Eltern, Betreuer und andere Bezugspersonen bereitgestellt. "Schütteln Eltern ihr Baby nur fünf Sekunden lang, können sie es lebensgefährlich verletzen", warnte Ellsäßer. Durch das Schütteln werde das kleine Gehirn hin und her geschoben, erläuterte der Ärztliche Direktor des größten Brandenburger Krankenhauses, Thomas Erler. Dabei würden Gefäße abgerissen und es komme zu Einblutungen in das Gehirn. "Diese Hirnverletzungen hinterlassen eine bleibende Behinderung oder führen sogar zum Tod", sagte Erler. Und auch schon bei kleineren Verletzungen könnten schwere gesundheitliche Schäden eintreten, ergänzte der Chefarzt der Cottbuser Kinder- und Jugendklinik.

Das Schütteltrauma-Syndrom sei die häufigste Todesursache bei Säuglingen. In Deutschland gebe es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes jährlich etwa 100 bis 200 Todesfälle. Die neue Brandenburger Präventions-Kampagne richte sich unter anderem an die Netzwerke "Gesunde Kinder" sowie Fachkräfte, die in Kontakt mit jungen Eltern stehen. "Die Eltern sollten sich in Stresssituationen nicht scheuen, die Hilfe eines Kinderarztes, der Hebamme oder anderer Bezugspersonen in Anspruch zu nehmen", erklärte TK-Chefin Hetzer. Die Brandenburger Präventionskampagne bietet dazu eine hilfreiche Plattform.