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Medizin: Frauen in den Wechseljahren sind besonders wetterfühlig ++ Erziehung: Nicht gegen Berufswunsch der Kinder anreden ++ Ratgeber: Menschen mit Essstörung auf Verhalten ansprechen

Frauen in den Wechseljahren sind besonders wetterfühlig

Vor allem Frauen in der Menopause und ältere Menschen leiden an Wetterfühligkeit. "Der Kreislauf von Älteren kann sich nicht so schnell an veränderte Umweltbedingungen, die bei Wetterwechseln eintreten, anpassen", sagt Physiologe Hanns-Christian Gunga von der Charité. Aber auch junge Menschen könnten an Wetterfühligkeit leiden. Starke Temperaturschwankungen und Luftdruckwechsel führten zu Erschöpfung, Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen und sogar Gereiztheit. Wenn die Temperatur nachts die 20-Grad-Marke nicht unterschreite, habe der Körper kaum Möglichkeiten, sich auszuruhen, was wiederum ein Erschöpfungsgefühl am Tage zur Folge habe und die körperliche Belastbarkeit einschränke. Wenig Schlaf und Ermattungsgefühle könnten auch zur Ausschüttung von Stresshormonen führen. Stress wiederum begünstige zum Beispiel das Entstehen von rheumatischen Entzündungen. Insbesondere die ersten zwei Tage nach einem Wetterumschwung seien problematisch für Wetterfühlige.

Nicht gegen Berufswunsch der Kinder anreden

Bei ihrem Berufswunsch nehmen sich jüngere Kinder häufig ihre Eltern als Beispiel. Doch nicht immer halten Mutter oder Vater ihren Job auch für den Nachwuchs geeignet. Grundsätzlich sei es aber ein positives Signal, wenn sich Kinder für den Beruf der Eltern interessieren, erklärt Hermann Scheuerer-Englisch von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Denn viele Kinder haben aufgrund der starken Trennung von Beruf und Familie bis zur Pubertät wenig oder keine Vorstellungen vom Berufsleben der Eltern. Bis etwa zu ihrem zehnten Lebensjahr können Kinder noch wenig über die Vor- und Nachteile des elterlichen Berufs reflektieren. Bis dahin haben sie den Wunsch, ihre Eltern als Vorbilder zu sehen. Eltern können aber davon ausgehen, dass sich der Berufswunsch ihrer Kinder noch einige Male ändert. Erst ab der Pubertät setzen sich Jugendliche ernsthafter mit ihrer Zukunft auseinander. Das ist der richtige Zeitpunkt für Eltern, um offen über die Vor- und Nachteile ihres Berufs zu reden. Je weniger Mutter und Vater ihre Kinder dabei überreden wollen, umso überzeugender wirken ihre Gründe.

Menschen mit Essstörung auf Verhalten ansprechen

Wer bei einem Angehörigen oder Freund eine Essstörung vermutet, sollte ihm das sagen. Wenig hilfreich seien gut gemeinte Ratschläge, wie sich das Essverhalten wieder normalisieren lässt, sagt Prof. Ulrich Voderholzer von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. Wichtig sei vielmehr, dem Betroffenen klar zu machen, dass man sich um ihn sorgt und anzubieten, gemeinsam Hilfe zu suchen. Menschen mit Bulimie erbrechen heimlich jede gerade eingenommene Mahlzeit, um nicht zuzunehmen. Andere wiederum essen unbemerkbar fast rund um die Uhr. Einer Essstörung liegt der DGPPN zufolge häufig ein tiefer gehendes seelisches Problem zugrunde: Betroffene versuchten zum Beispiel, mit verdrängten Gefühlen und Bedürfnissen zurechtzukommen oder stummen Protest oder Ablehnung auszudrücken. Rund 100.000 Menschen in Deutschland sind magersüchtig. Etwa 600.000 haben Bulimie. Fast jeder siebte Mensch ist krankhaft fettleibig.