Familie

Union will längeren Bezug von Elterngeld für Teilzeitkräfte

Mütter und Väter, die in Teilzeit arbeiten, sollen nach Plänen der Union länger Elterngeld beziehen können.

- Hier sei eine "Flexibilisierung des Elterngeldes" nötig, sagte die stellvertretende Unionsfraktionschefin Ingrid Fischbach (CDU) der "Rheinischen Post". Ex-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) plädierte derweil dafür, das Elterngeld generell länger auszuzahlen.

Fischbach sagte, wenn beide Eltern ihre Erwerbstätigkeit gleichzeitig reduzierten, sei das Elterngeld nach sieben Monaten aufgebraucht. Künftig sollten daher beide Elternteile jeweils bis zu 14 Monate das Geld beziehen können, wenn sie in Teilzeit arbeiten. Nach Berechnungen des Familienministeriums würde diese Ausweitung des Elterngeldes jährlich rund 60 Millionen Euro kosten. Beim 2007 eingeführten Elterngeld erhält ein berufstätiger Elternteil bis zu ein Jahr lang 67 Prozent seines bisherigen Nettoeinkommens, höchstens aber 1.800 Euro im Monat, wenn er wegen der Kinderbetreuung im Job pausiert. Wenn auch der Partner das Kind mindestens zwei Monate betreut, wird das Elterngeld 14 Monate gezahlt. Eltern, die ihre Arbeitszeit reduzieren, erhalten die Leistung für den wegfallenden Teil ihres Einkommens. Ex-Ministerin Schmidt schlug vor, auf das geplante Betreuungsgeld zu verzichten, um die Qualität von Kitas zu steigern und die Bezugsdauer des Elterngeldes "deutlich" zu verlängern. Eltern, die ihr Kind noch nicht im Alter von 14 Monaten in eine öffentliche Betreuung geben wollten, hätten so die Möglichkeit, das erst später zu tun, sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung". Das Betreuungsgeld sollen Eltern erhalten, die ihr Kind nicht in eine öffentlich geförderte Kinderbetreuung geben. Sie sollen ab Beginn des kommenden Jahres 100 Euro für einjährige Kinder und ab 2014 monatlich 150 Euro für ein- und zweijährige Kinder erhalten.